Brand in Asylheim

Keine Brandstiftung – Zigarette löste Inferno aus

Österreich
13.06.2008 14:23
Der Brand in einem Klagenfurter Asylwerberheim, der Donnerstag früh ein Todesopfer gefordert hat, dürfte durch eine glimmende Zigarette ausgelöst worden sein. Brandstiftung sei jedenfalls auszuschließen, erklärte der Leiter der Kriminalabteilung des Landeskriminalamtes Kärnten, Hermann Klammer, am Freitag.

Ein Todesopfer, drei Schwer- und 17 Leichtverletzte, das ist die Bilanz des Feuers in dem Heim im Stadtteil Fischl. Der Tote ist ein 42 Jahre alter Mann aus Ghana, auch die meisten Verletzten stammen aus Schwarzafrika. Der Ghanaer war in Panik aus einem Fenster gesprungen und hatte dabei schwerste Kopfverletzungen erlitten, denen er wenig später im Krankenhaus erlag. Zum Zeitpunkt des Brandalarms hatten sich 49 Aslywerber in dem Haus befunden.

Zigarette dürfte Brand ausgelöst haben
Die kriminalpolizeiliche Untersuchung ergab laut Klammer, dass "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Fremdverschulden vorliegt". Bei den Untersuchungen habe man auch Hunde eingesetzt, die Brandbeschleuniger wittern können, sie hatten nicht angeschlagen. Hingegen wurden im - entgegen der Hausordnung abgelegten - Müll im Erdgeschoß einige Zigarettenstummel gefunden, ein solcher dürfte das Feuer verursacht haben.

Das Feuer war gegen 7.00 Uhr ausgebrochen. Nachdem der Erste der Heimbewohner sein Heil in einem Sprung aus dem Fenster gesucht hatte, kam es zu einer wahren Massenpanik. Drei Menschen erlitten bei ihrem Aufprall auf dem Asphaltboden Knochenbrüche, die die meisten anderen Verletzten Rauchgasvergiftungen. Lebensgefahr bestand aber für keinen der Betroffenen.

Asylwerber bezogen Ersatzquartiere
Alle Asylwerber wurden in einem anderen Heim in Klagenfurt untergebracht. Sie begründeten die Panikreaktionen ihrer aus den Fenstern gesprungenen Landsleute damit, sie hätten nicht mit so rascher Hilfe gerechnet. Die Erfahrungen aus ihrer Heimat haben die Menschen gelehrt, bei Feuer sofort die Flucht zu ergreifen, ein Feuerwehrwesen wie hierzulande gebe es dort nämlich nicht.

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