Bei der Stainzer Milch in der Weststeiermark habe kein einziger Lieferant angekündigt, nicht liefern zu wollen. "Nein, überhaupt nicht", antwortete Vorstand Hans Loibner auf die Anfrage, ob es zu Einschränkungen in der Produktionen komme. Bei der Obersteirischen Molkerei (OM) in Knittelfeld haben von rund 2.000 genossenschaftlichen Milchlieferanten nur drei einen Lieferstopp angekündigt, so Vorstand Friedrich Gruber.
Ennstal Milch
Ein ähnliches Bild bot sich bei der Ennstal Milch der Landgenossenschaft Ennstal in Stainach im Bezirk Liezen. "Wir haben bis jetzt keine Meldungen über einen eventuellen Lieferstopp", so Geschäftsführer Josef Pitzer am späten Vormittag. Allerdings gebe es noch eine Versammlung von Milchbauern, bei der diese sich besprechen würden.
"Verständnis für Landwirte"
"Ich habe Verständnis für die Aktionen der Landwirte", so Ennstal-Milch-Geschäftsführer Pitzer. Wenn es noch mehr "in diese ruinöse Richtung" gehe wie bisher, sei er nicht optimistisch: "Wenn die Preise wieder wie vorher sind, so bei 32, 33 Cent pro Liter Milch für den Landwirt - davon kann kein Bauer leben." Handel, Konsumenten und Politik müssten auf die Lage der Landwirtschaft aufmerksam gemacht werden. Kein Bauer gieße die mühsam gewonnene Milch gerne in den Bach.
"Milchbauern muss mehr Erlös bleiben"
OM-Chef Gruber erklärte: "Man kann's den Bauern nicht verdenken." Nach 15 Jahren sei der Preis endlich einmal in die richtige Richtung gegangen, und dann werde den Agrariern mitgeteilt, dass sie die Mitverantwortung für die Inflation tragen würden. Das verstehe keiner, vor allem bei den steigenden Treibstoff- und Betriebskosten, sagte Gruber. Im Zuge der Wertschöpfung müsste mehr Erlös bei den Milchbauern bleiben.
Symbolbild
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