Korruptionsaffäre

Talansky räumt Bargeld-Spenden an Olmert ein

Ausland
27.05.2008 11:25
In der Korruptionsaffäre um den israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert hat ein Hauptzeuge am Dienstag schwere Vorwürfe erhoben. Der US-Geschäftsmann Morris Moshe Talansky gestand in dem Verfahren in Jerusalem ein, Olmert Spendengelder in bar gegeben zu haben, da der Politiker keine Schecks annehmen wollte. Medienberichten zufolge soll der Geschäftsmann dem heutigen Premier über Jahre hinweg illegal Hunderttausende von US-Dollar gespendet haben.

Talansky (rechts im Bild) sagte, er habe Olmert bei verschiedenen Treffen in New York oder Israel zwischen 5.000 und 15.000 Dollar in bar zugesteckt. "Ich habe ihn gefragt, warum ich nicht einfach einen Scheck ausstellen kann, aber er sagte, es gehe darum, über welche Kanäle das Geld fließe." Er habe Olmert als Brückenbauer zwischen religiösen und säkularen Juden bewundert und ihn deshalb auch in parteiinternen Wahlkämpfen finanziell unterstützt.

Obwohl gegen Olmert noch keine Anklageschrift eingereicht wurde, musste sich der Geschäftsmann einem Kreuzverhör vor Gericht stellen. Die Staatsanwaltschaft hatte darauf bestanden, weil sie fürchtet, dass der US-Bürger Talansky im Falle eines künftigen Prozesses nicht mehr nach Israel zurückkommen könnte. 

Der Ausgang des Verfahrens ist dem israelischen Staatsanwalt Moshe Lador zufolge noch völlig unklar. Es sei durchaus möglich, dass die Akte wieder geschlossen und keine Anklageschrift eingereicht werde. Olmert hat sämtliche Vorwürfe bislang zurückgewiesen. Er habe das Geld verwendet, um rückwirkend Schulden von vier verschiedenen Wahlkämpfen zu finanzieren.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
27.05.2008 11:25
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung