Justizirrtum

Australier 86 Jahre nach der Hinrichtung begnadigt

Ausland
27.05.2008 10:02
Fataler Justizirrtum in Australien: Der Gouverneur des Staates Victoria, David de Kreter, hat einen vor 86 Jahren zum Tode am Strang verurteilten Mann begnadigt - posthum. Der 28-jährige Colin Campbell Ross wurde 1922 wegen Vergewaltigung und Mord an der zwölfjährigen Alma Tirtschke hingerichtet. Eine forensische Untersuchung hat nun ergeben, dass die Verurteilung falsch war. Angehörige von Täter und Opfer hatten eine Petition für Ross' Begnadigung eingereicht.

Der einzige Schuldbeweis in dem Prozess waren damals angebliche Haare des Opfers im Bett des mutmaßlichen Täters. Damit sah es das Gericht als erwiesen an, dass Ross das Mädchen in seinem Saloon mit Alkohol benommen gemacht und sie dann vergewaltigt und ermordet hatte. 

Trotz Alibis wurde er vier Monate nach der Urteilsverkündung aufgeknüpft. Der Fall bekam eine neue Wendung, als der Autor Kevin Morgan ein Buch über ihn verfasste. Er arrangierte eine forensische Untersuchung der Haare. Dabei stellte sich heraus, dass sie nicht von Alma Tirtschke stammten, was nun zur Begnadigung führte. Viktoria hat die Todesstrafe 1975 abgeschafft.

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