Am eigentlichen Spielprinzip hat sich dabei erwartungsgemäß wenig geändert: Der Spieler zieht in dem rundenbasierten Strategiespiel mit einem Team von Würmern gegen feindliche Würmer in die Schlacht. Jeder Wurm verfügt dabei über ein umfangreiches Arsenal an Waffen und Ausrüstungsgegenständen, wobei sich die Serie durch exotisches und sehr bizarres Kriegsgerät wie explodierende Schafe oder Bananenbomben auszeichnet.
Auch "Odyssee im Wurmraum" macht diesbezüglich keine Ausnahme, wenngleich das Angebot an Waffen in punkto Umfang und Abgedrehtheit im Vergleich zu Vorgänger-Titeln nicht ganz mithalten kann. Viele alte Bekannte wie die Granate, die Bazooka, die Lenkrakete, der Dragon-Punch oder auch das Schaf wurden optisch nur leicht dem Weltraum-Szenario angepasst und umgetauft, die Funktionsweise blieb unverändert. So entpuppt sich die vermeintlich neue Nuklearladung etwa als einfache Dynamitstange. Kurzum: Es fehlen ein wenig die wirklich außergewöhnlichen Waffen, wie man sie zur Genüge aus mehr oder wenigen erst zu nehmenden SciFi-Filmen kennt (Stichwort: "Analsonde").
Dem eigentlichen Spielspaß tut dies jedoch nur bedingt einen Abbruch, und damit Ersterer auch zur Gänze ausgekostet werden kann, spendieren die Macher dem Spieler neben dem gängigen Mehrspieler-Modus, in dem bis zu vier Spieler gegeneinander antreten können, auch diverse Mini-Spiele sowie einen recht umfangreichen Story-Modus. In diesem gilt es einen Trupp im Weltall verschollener Würmer wieder sicher nach Hause zu geleiten. Zu diesem Zweck müssen Feinde nicht nur in Worms-typischer Manier beseitigt, sondern auch durchaus anspruchsvolle Rätsel gelöst werden: So sollte man sich etwa bei der Bergung von Raumschiffteilen gut überlegen, welchen Weg man einschlägt, da das vorhandene Equipment im Einsatz streng limitiert ist.
Da die Serie erstmals auf Nintendos Wii in Erscheinung tritt, stellt sich natürlich die Frage, wie die zur Ordnung der Wenigborster zählenden Regenwürmer gesteuert werden. Prinzipiell lässt sich sagen, dass die Macher von Team17 bei der Übersetzung auf die Nintendo-Konsole einen guten Job gemacht haben, im Vergleich zur PC-Steuerung wirkt die Wii-Variante jedoch ein wenig träge: Über das Steuerpad der Wii-Mote wird der Wurm bewegt, mit dem A-Knopf vollführt der Wurm einen Sprung bzw. Doppelsprung. Über den Plus-Button wird das Inventar aufgerufen, durch eine Aufwärtsbewegung der Wii-Mote wird schließlich die Wurf- oder Schussstärke festgelegt und mit dem B-Button fixiert.
Bei Granaten oder der Bazooka genügt nun eine Wurfbewegung nach vorn, um das Geschoss abzufeuern. Bei anderen Waffen, wie etwa der Nuklearladung, muss die Wii-Mote hingegen quer gehalten und wie bei einem Sprengzünder senkrecht nach unten gedrückt werden. Bei der Verwendung des Jetpacks wiederum wird die Fernbedienung seitlich geneigt. Sämtliche Bewegungsmuster werden in einem umfangreichen Tutorial ausführlich erklärt. Da die Rundenzeit im Spiel standardmäßig auf 60 Sekunden begrenzt ist, sollte vom Training auch Gebrauch gemacht werden, da der Spielzug andernfalls vorüber ist, ehe eine Aktion überhaupt durchgeführt werden konnte.
In optischer Hinsicht ist "Worms – Odyssee im Wurmraum" leider bestenfalls nur Mittelmaß. Während die liebevoll animierten Zwischensequenzen noch punkten können, lässt die grob-pixelige Auflösung der Level im Spiel zu wünschen übrig. Leider wurde auch hier das Weltraumszenario nur unzureichend umgesetzt. Eis- und Feuerwelten sowie das Spiel mit veränderter Schwerkraft gab es auch schon Jahre zuvor. Gleiches gilt für die Musik sowie die erheiternden Sprachsamples, die jedem Wurmteam die individuelle Note verleihen: Für Einsteiger sicher sehr unterhaltsam, für "Worms"-Kenner hingegen schlichtweg nichts Neues.
Fazit: "Worms" bleibt Gott sei Dank und leider auch im Weltraum ein typischer "Worms"-Titel. Gott sei Dank deshalb, weil das Spielprinzip vor allem im gemeinsamen Spiel mit Freunden auch nach Jahren nichts von seinem Reiz verloren hat. Leider hingegen deshalb, weil der Titel für alte "Worms"-Hasen bis auf die veränderte Wii-Navigation eigentlich keinerlei Neuerungen zu bieten hat. Wii-Besitzer, denen die vergnügliche Wurm-Ballerei bislang fremd war, dürfen aber beherzt zugreifen und bekommen dann, von der recht altbackenen Präsentation und dem fehlenden Online-Modus einmal abgesehen, ein umfangreiches und vor allem aufgrund des Solo-Modus' für viele Stunden unterhaltsames Spiel geboten.
Plattform: Wii
Publisher: THQ
Krone.at-Wertung: 75%
von Sebastian Räuchle
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