Kriminellenschreck

Ein Jahr Videoüberwachung bei ÖBB

Österreich
06.05.2008 08:35
Nach einem Jahr Videoüberwachung in Bahnhöfen, Haltestellen und auch Zügen ziehen die ÖBB eine positive Bilanz. In einem Großteil der insgesamt 140 Fälle, in denen Aufzeichnungen im Falle von Straftaten an die Exekutive übergeben worden seien, hätten die Bilder zur Täterausforschung beigetragen, so Sprecher Thomas Berger. Als Beispiel nannte er die so genannte "Schweißerbande", die Fahrkartenautomaten aufschnitt, oder einen Raubüberfall in der Nähe des Bahnhofs Feldkirch, wo der Räuber über den Bahnsteig flüchtete und anhand der Bilder identifiziert werden konnte.

Insgesamt seien derzeit 1.865 Kameras in Bahnhöfen bzw. Haltestellen im Einsatz, bis zur EURO 2008 soll die Zahl auf 2.000 erhöht werden, sagte Berger. Brixlegg in Tirol werde ebenso per Video überwacht wie Salzburg oder die S-Bahnstation Wien-Heiligenstadt. Zusätzlich gibt es Kameras in den "Talent"-Zügen im Nahverkehr. Pro Garnitur gibt es acht solcher Aufzeichnungsgeräte, 170 Garnituren soll es bis zur EURO 2008 geben.

Im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft soll zudem die Zusammenarbeit mit der Polizei intensiviert werden. Dabei sollen die Beamten die Möglichkeit erhalten, "live" auf den Kameras mitzuschauen, was sie im regulären Betrieb mangels Zweckmäßigkeit nicht tun. Derzeit werden in dem Bereich "letzte Feinheiten abgestimmt", sagte Berger.

Dass auch die beste Kameraposition allein nicht automatisch für sichere Verhältnisse sorgt, wissen auch die ÖBB: "Videoüberwachung darf nur als Teil des Sicherheitsgesamtpaketes gesehen werden", betonte Berger. Deswegen setze man vor allem auf optische Präsenz bei Tag und punktuell in der Nacht, um Kriminelle abzuschrecken. Der Kritik von Datenschützern setzt Berger entgegen, dass die Bilder grundsätzlich nur 48 Stunden gespeichert würden.

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