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20.07.2017 - 21:12
Foto: AP/Markus Schreiber

Nigerias Präsident: "Frau gehört in die Küche"

15.10.2016, 08:06

Macho- Alarm im deutschen Kanzleramt am Freitag: "Eigentlich gehört meine Frau doch in die Küche", sagte Nigerias Präsident Muhammadu Buhari (73) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel. Ein BBC- Interview der First Lady Nigerias könnte womöglich der Auslöser für die verbale Entgleisung Buharis gewesen sein.

Denn Aisha Buhari hatte dem britischen Sender BBC kürzlich gesagt, sie werde ihren Mann möglicherweise bei den nächsten Wahlen nicht unterstützen, sollte er nicht die Regierung umbilden. Ihr Mann kenne die meisten Spitzenbeamten, die er selbst ernannt habe, gar nicht. Wenn das so weitergehe, werde sie nicht Teil einer möglichen Wahlkampagne. Im letzten Wahlkampf habe sie ihren Mann und seine Regierungspartei APC aktiv unterstützt.

"Weiß nicht, welcher Partei meine Frau angehört"

Muhammadu Buhari wies seine Ehefrau bei der Pressekonferenz in Berlin medienwirksam in die Schranken: "Ich weiß jetzt nicht genau, welcher Partei meine Frau angehört. Aber eigentlich gehört sie ja doch in meine Küche und in mein Wohnzimmer und auch in die anderen Zimmer in meinem Haus." Merkel stand während des Sagers daneben und schmunzelte.

Nigerias First Lady, Aisha Buhari
Foto: The Associated Press
Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel mit dem nigerianischen Präsidenten Mahammadu Buhari
Foto: The Associated Press

Nigerias Kampf gegen Terrormiliz Boko Haram

Buhari ließ an der Seite der deutschen Kanzlerin in Berlin aber keinen Zweifel an seinen Fähigkeiten aufkommen. Es sei "nicht einfach", mit der Opposition in Nigeria umzugehen und alle zufriedenzustellen. Und an seine Kritiker gerichtet: "Da kenne ich mich, glaube ich, besser aus, was das alles angeht." Der Muslim Buhari wurde 2015 an die Spitze des westafrikanischen Staates gewählt. Er hat die Bekämpfung der verbreiteten Korruption und einen Sieg über die islamische Terrormiliz Boko Haram zu seinen Prioritäten gemacht.

Buhari betonte, dass Boko Haram nur noch in 14 von 177 Regionen des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas aktiv sei. Die Miliz habe für Anschläge auf Moscheen, Schulen und Märkte durch das gemeinsame Vorgehen der Armeen immer weniger Möglichkeiten. Am Donnerstag hatte die Regierung verkündet, dass Boko Haram 21 entführte Mädchen freigelassen habe. Im April 2014 hatte die Miliz etwa 270 Mädchen aus dem nordnigerianischen Ort Chibok entführt.

Kämpfer der Dschihadistenmiliz Boko Haram
Foto: AP

EU verhandelt mit Nigeria über Flüchtlingsabkommen

Die EU wird unterdessen laut Merkel noch im Oktober Verhandlungen mit Nigeria über ein Migrationsabkommen aufnehmen. "Wir werden auch über ein Rückführungsabkommen sprechen", sagte Merkel am Freitag nach einem Treffen mit dem nigerianischen Präsidenten Mahammadu Buhari. Aus dem Staat mit etwa 182 Millionen Einwohnern haben in den ersten neun Monaten rund 25.000 Menschen Asyl in der EU beantragt. Die Anerkennungsquote in Deutschland liegt unter zehn Prozent. In Deutschland lebten Hunderte Nigerianer, deren Asylverfahren abgelehnt worden seien und die in ihre Heimat zurückkehren müssten, sagte Merkel. Sie betonte zugleich die Bereitschaft, dass Deutschland und die EU Bildungsangebote in Nigeria selbst finanzieren wollten.

Merkel und der nigerianische Präsident Mahammadu Buhari
Foto: AP

15.10.2016, 08:06
fho, krone.at/AG
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