Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
29.09.2016 - 09:47
Foto: EPA

In Schweizer Kanton gilt ab sofort Burka- Verbot

08.07.2016, 06:10

Seit 1. Juli gilt im Schweizer Kanton Tessin ein Verbot, sein Gesicht im öffentlichen Raum zu verhüllen. Das "Anti- Burka- Gesetz" war 2013 per Volksabstimmung beschlossen worden. Wer sich künftig nicht daran hält, muss mit einer Strafe von bis zu 10.000 Franken (rund 9200 Euro) rechnen. Die Polizei hat bereits konsequente Kontrollen und ein hartes Durchgreifen bei Verstößen angekündigt. Politiker fordern nun ein Burka- Verbot für die gesamte Schweiz.

Das beschlossene Gesetz im italienischsprachigen Kanton Tessin richtet sich in erster Linie gegen Touristinnen aus dem arabischen Raum. Von den rund 350.000 Einwohnern im Tessin sind etwa 70 Prozent römisch- katholisch. Muslime gibt es kaum. Doch allein in der größten Kantonsstadt Lugano zählt man durchschnittlich 40.000 Übernachtungen pro Jahr, wobei der Großteil aus dem arabischen Raum kommt.

Flugblätter in arabischer Sprache klären Frauen auf

Um sprachliche Barrieren abzubauen, hat sich der Kanton mit Flugblättern in arabischer Sprache, die verschleierten Frauen in die Hand gedrückt werden, auf die neue Aufgabe vorbereitet. "Der Flyer erklärt, warum das Burka- Verbot existiert und was die Konsequenzen bei Verstößen sind", sagte Michele Bertini, FDP- Stadtrat und Polizeidirektor in Lugano, zur "Aargauer Zeitung". Zudem habe ein "interkultureller Mediator" das Luganeser Polizeikorps geschult.

Foto: EPA

Wird eine Frau mit Burka erstmalig erwischt, ist ein Bußgeld in der Höhe von umgerechnet 92 bis 924 Euro fällig. Im Wiederholungsfall droht allerdings bereits eine Geldstrafe von bis zu 9240 Euro. Verboten sind sowohl die Burka als auch der unter arabischen Touristinnen üblichere Niqab.

Tourismusbranche befürchtet Einbußen

Kritik am Gesetz kommt aus der Tourismusbranche. Diese befürchtet, dass Gäste aus dem Nahen Osten in Zukunft einen weiten Bogen um den Kanton machen werden. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, bringen arabische Gäste der dortigen Hotellerie jedes Jahr knapp 17,5 Millionen Euro. "Es muss mit Umsatzrückgängen gerechnet werden", so ein Schweizer Tourismusexperte gegenüber dem Blatt.

Gesetz als Vorbild für die gesamte Schweiz?

Das Gesetz aus dem Tessin könnte nun jedoch zum Vorbild für die gesamte Schweiz werden. Ein nationales Komitee sammelt seit einigen Monaten Unterschriften, um das Tragen von Gesichtsverschleierungen im ganzen Land verbieten zu lassen. Unter den Unterstützern sind Politiker der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) und der rechtspopulistischen Lega dei Ticinesi, die das Verbot bereits im Tessin unterstützt hatte. Norman Gobbi, Lega- Politiker und Justizdirektor des Kantons Tessin, ist sich der ökonomischen Konsequenzen des Verbots durchaus bewusst. "Ich gehe davon aus, dass einige Touristinnen ins nahe gelegene Como in Italien ausweichen werden", sagte er gegenüber dem Schweizer "Blick".

In Frankreich seit Mitte 2014 Burka- Verbot

Der Kanton Tessin ist nicht die einzige Gegend in Europa, wo es ein Burka- Verbot gibt. In Frankreich ist nach einer Entscheidung des Menschenrechtsgerichts seit Mitte 2014 die Vollverschleierung in der Öffentlichkeit verboten, woraufhin auch die FPÖ ein Burka- Verbot für ganz Österreich forderte.  Die rot- schwarze Bundesregierung sah bis dato allerdings keinen diesbezüglichen Handlungsbedarf.

08.07.2016, 06:10
fho, krone.at
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum