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22.09.2017 - 05:51
Laut Europol-Chef Rob Wainwright gibt es Hinweise auf neue Terroranschläge.
Foto: twitter.com, AP

Europol- Chef warnt vor neuer Terrorwelle

28.06.2017, 08:57

Manchester, Stockholm, Paris, Brüssel, Nizza, Berlin und immer wieder London - europäische Metropolen sind in den vergangenen Jahren verstärkt ins Fadenkreuz von Terroristen gerückt. Die europäische Polizeibehörde Europol sieht derzeit keine Entspannung der Lage - im Gegenteil: "Die aktuelle Terrorgefahr ist die höchste, die wir seit einer Generation hatten, die höchste der vergangenen 20 Jahre. Und sie steigt auch noch, darauf haben wir Hinweise", sagte Europol- Chef Rob Wainwright.

Seit dem Attentat auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" in Paris im Jänner 2015 kamen bei Terroranschlägen rund 360 Menschen ums Leben, mehr als 1300 wurden teils schwer verletzt .

Foto: AFP, AP

718 mutmaßliche Dschihadisten im Vorjahr verhaftet

Allein im vergangenen Jahr seien 718 Menschen wegen Verbindungen zu Dschihadisten festgenommen worden, warnte Wainright am Dienstag in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Das war ein extremer Anstieg und zeigt, wie sehr sich Teile der islamistischen Gemeinschaft radikalisiert haben."

Erst am Mittwoch wurden bei Anti- Terror- Einsätzen in Spanien, Deutschland und Großbritannien sechs mutmaßliche Gefolgsleute der Terrormiliz Islamischer Staat festgenommen. Wie das spanische Innenministerium mitteilte, konnten die Ermittler vier Verdächtige in Palma de Mallorca sowie je einen in Großbritannien und in Deutschland stellen. In radikalen Videobotschaften hätten diese den Dschihad verherrlicht und Selbstmordanschläge in Europa unterstützt.

Spezialkräfte der spanischen Polizei führen einen mutmaßlichen Dschihadisten ab.
Foto: APA/AFP/Policia Nacional

Forderung nach schnelleren Anti- Terrorkräften

Wainwright forderte mit Blick auf die jüngsten Anschläge in Brüssel , Manchester  oder London  schnelle Anti- Terrorkräfte in jedem europäischen Land. In London habe die Polizei Anfang Juni innerhalb von acht Minuten nach dem ersten Anruf den Attentäter  getötet. "Das ist der Standard, den wir überall haben sollten." Fahnder müssten zudem mehr Möglichkeiten bekommen, die Online- Kommunikation von Terrorverdächtigen, wie etwa Messenger- Nachrichten, zu überwachen: "Weil Kommunikationskanäle ins Internet abgewandert sind, hat die Polizei einen großen Teil ihrer Möglichkeiten, Terroristen zu überwachen, verloren. Das muss sich ändern", so Wainwright.

Foto: The Associated Press

Angst vor Anschlag beim G20- Treffen Anfang Juli

Seiner Einschätzung nach ist das Treffen der G20- Staats- und Regierungschefs Anfang Juli in Hamburg "natürlich ein potenzielles Ziel für Terroristen wie jedes andere wichtige öffentliche Event". Die deutschen Behörden wüssten das und seien vorbereitet. "Ich bin mir sicher, sie tun alles, um das zu verhindern", sagte der Europol- Direktor.

Redaktion
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