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24.06.2017 - 18:08
Adneter und Krispler sind sich einig: Niemals eine Freileitung! Wir akzeptieren nur ein Erdkabel!
Foto: Wolfgang Weber

Erstes Buch über den Albtraum 380- kV- Freileitung

20.03.2017, 08:27

Gerti Höllbacher aus Krispl ist persönlich von der geplanten Monster- Freileitung nicht betroffen. Dennoch ist sie eine entschiedene Gegnerin der geplanten 380- kV- Stromautobahn. Für Salzburg und die Salzburger hat sie ein Dokumentar- Buch verfasst: "Die Macht der Mächtigen" heißt es, über den Albtraum Freileitung.

82 % der Wahlberechtigten haben in ihrem Heimatort Krispl gegen die 380- kV- Freileitung unterschrieben: "Es kommt die Wahrheit viel zu wenig ans Licht", sagt die pensionierte Lehrerin, die nun unter die Buchautoren gegangen ist: Gerti Höllbacher hat Fakten und Verhandlungsprotokolle zusammen getragen und vor allem viele von der drohenden Freileitung Betroffene zu Wort kommen lassen. Jahre lang hat sie dazu jede noch so kleine Meldung zum Thema gesammelt, zur Weißglut (und damit zur Autorin) gebracht hat sie jedoch der Brief der Landesregierung, der allen Haushalten schon am Tag nach der Genehmigung der 380- kV- Freileitung ins Haus flatterte: Vom "guten Geist der Zusammenarbeit" und der Gelegenheit, "dass die Bürger an Entscheidungsprozessen teilnehmen sollten", war da die Rede.

"Die Fakten", so Gerti Höllbacher", sprechen da eine ganz andere Sprache." Das Land bescheinigt der Freileitung ja die Umweltverträglichkeit: "800 Hektar Wald müssten für die Leitung fallen", sagt sie: "Jeder Hektar aber bindet 13 Tonnen CO2, eine einzige Fichte speichert 500 Liter Regenwasser." Thema Versorgungssicherheit: 678 alte 220- kV- Masten wolle man für die neue Leitung abmontieren, so Projektleiter Wolfgang Hafner bei der Vorstellung im September 2012. Dem widersprach der ElektroTechniker des Landes Dipl. Ing. Peter Mösl am 19. Jänner 2015: "Die innerösterreichische 220- kV- Leitung dient der Versorgung der an sie angeschlossenen Verteilernetze und bleibt unverändert bestehen." Weil die neue Freileitung, die große Teile Salzburgs zerstören würde, nur dem internationalen Stromhandel dient.

Tennengebirge seit 1981 Naturschutzgebiet

Rupert und Johanna Schröcker beim Pass Lueg sind unter den vielen Betroffenen, auch sie sind entsetzt über die Vorgangsweise: "Wir haben die Planer darauf hingewiesen, dass das Tennengebirge seit 1981 Naturschutzgebiet ist und eigentlich alles außer die Jagd dort verboten ist: ,Das interessiert keinen’, haben die Planer zu uns gesagt." 19 Euro inklusive Versand kostet Gerti Höllbachers im Eigenverlag erschienenes Werk.

Wolfgang Wolfgang, Kronen Zeitung

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