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23.09.2017 - 02:05
Das Taj Mahal - es symbolisiert Indien und gehört zum Pflichtprogramm jedes Indien-Urlaubers.
Foto: AP

Im Reich der Farben

28.09.2015, 09:18
Indien ist nicht schwarz oder weiß. Indien ist bunt und vor allem anders als gewohnt. Der tropische Subkontinent ist Licht und Schatten, Weisheit und Armut, Tradition und Moderne, Stille und Chaos – ein intensives Erlebnis voller Kontraste.

Es gibt viele Klischees über Indien. Das hierzulande kaum zu verstehende Kastenwesen etwa. Oder die gesellschaftlich total untergeordnete Rolle von Frauen im Land. Schlagzeilen von abscheulichen Gruppenvergewaltigungen schocken auch in Europa. Diese Problematik wird einem gleich nach der Ankunft in Delhi drastisch vor Augen geführt, als man an öffentlichen Verkehrsmitteln auf einem Aufkleber an erster Stelle die Telefonnummer vom Frauennotruf entdeckt.

Mehr Handys als Toiletten

Der siebtgrößte Staat der Erde hat aber noch ganz andere Probleme, beispielsweise ein ernsthaftes Hygienedefizit, das auf einen akuten Toilettenmangel zurückzuführen ist. Es gibt in Indien mehr Handys als Toiletten. Die indische Regierung hat sich nun ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: In fünf Jahren soll jeder der 1,25 Milliarden Inder einen Abort benutzen können. Mehr als 304 Millionen Menschen im Land zählen zu den Analphabeten. Zwar ist seit 1986 Kinderarbeit in Indien offiziell verboten. Dennoch muss jedes zehnte Kind Geld verdienen, um das eigene Überleben zu sichern - und das seiner Familie.

Nach Indien zu reisen ist nicht vergleichbar mit einem Segelturn oder einem Cluburlaub. "Incredible India" spaltet die Geister. Manche sind fasziniert von der Gastfreundschaft, der Vielfalt an Kulturen, Religionen, Sprachen und Naturräumen. Sie genießen das Abenteuer und finden ihre "Mitte" in den Lehren Ayurveda, Yoga und Meditation. Andere sind weniger begeistert, vielmehr geschockt angesichts der Armut, der Religionskonflikte oder der Ausgrenzungen des Kastenwesens. Ich habe Mädchen mit Babys am Arm im Regen betteln gesehen, aber ebenso fröhliche Kinder in farbenprächtigen Gewändern vor strahlenden Palästen lachen hören. Die Gegensätze zwischen Arm und Reich sind enorm. Indien hat mehr Millionäre und Milliardäre als jedes andere Land, gleichzeitig leben dort jedoch auch mehr Menschen inArmut als in Afrika. In der IT- Branche und im Pharma- Bereich erreicht Indien internationales Spitzenniveau und entsendet Spezialisten ins Ausland. Im Alltag ist von dem wirtschaftlichen Aufschwung leider wenig zu sehen.

Exotische Gerüche, intensive Farben

In den Millionenstädten zwischen Delhi und Mumbay mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten ist das für das touristische Auge aber auch schwer erkennbar. Was wir wahrnehmen, ist eine andere Kultur, exotische Gerüche, intensive Farben und geheimnisvolle Geräusche. Der gewaltige Lärm von hupenden Tuk- Tuks, Mopeds, Autos und Lastwagen ist allgegenwärtig. Die Hupe ist für Inder das wichtigste Autozubehör. Auch unser Fahrer Ajit Singh bahnt sich den Weg lautstark durch die Straßen von Delhi. Vorbei an Kühen, einer Leichenprozession, Menschenmassen und einer Unzahl an Fahrzeugen. Ajit strahlt in diesem Getümmel eine souveräne Ruhe aus, ebenso wie unser kompetenter Reiseleiter Narender Singh Rathore - kurz Naru. Belesen und voller Stolz erzählt er uns die interessantesten Anekdoten über sein Heimatland. Der erfahrene Guide scheint auf jede Frage eine Antwort zu wissen. Kurz vor unserem Trip hatte er noch Angelina Jolie und Brad Pitt möglichst "inkognito" durch Indien begleitet. Naru hat viele Geschichten zu erzählen. Über 565 Königreiche, die entmachtet wurden. Über Maharadscha- Familien, die bis zu tausend Jahre geherrscht haben. Über Ganesha, die Gottheit des Anfangs und des Gelingens. Über Tempel, Synagogen und Moscheen und das rituelle Leben der Inder. Sein Geheimtipp: Die engen Gassen des alten Delhi lassen sich mit einer Fahrrad- Rikscha am besten hautnah erforschen.

Knallenge Gassen

Hautnah stimmt zu hundert Prozent. Die Gassen sind knalleng, sodass kaum vier Menschen nebeneinander Platz zum Gehen haben. Haufenweise Kabel hängen über unseren Köpfen. Es riecht nach exotischen Gewürzen und frischem Essen, aber auch nach Müll und Schweiß. Die kleinen Läden sind vollgestopft mit Stoffen und Schmuck. Zwischen Rikschas und unzähligen Männern bewegen sich auch grazile Frauen in wunderschönen Saris durch die Gassen. So chaotisch das Gedränge zu sein scheint, so zwanglos wirkt dieser Trubel. Es ist schlichter Alltag in Delhi, einer Millionenstadt, in der sich Persönlichkeiten wie der revolutionäre Asket Mahatma Gandhi oder der erste Ministerpräsident Indiens Jawaharlal Nehru entwickelt haben. Naru führt uns zum Roten Fort, das zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, und zu Jama Masjid, der größten Moschee Indiens. Beide Bauwerke ließ Großmogul Shah Jahan erbauen. Sein Name ist auch hier den wenigsten Menschen ein Begriff. Dabei war er auch jener Herrscher, der eines der schönsten Grabmäler der Welt errichten ließ - das Taj Mahal in Agra, etwa 230 Kilometer südlich von Delhi gelegen. Die Geschichte um die unsterbliche Liebe zu seiner dritten Frau Mumtaz Mahal ist eine romantische Legende. In einer Zeit, in der nach dem Brauch Ehen ausschließlich arrangiert wurden, entschied sich der Großmogul für eine Liebesheirat. Nach ihrem Tod ließ er das Taj Mahal als Grab seiner Frau, die "Träne auf der Wange der Zeit", wie es Literaturnobelpreisträger Rabindranath Thakur nannte, errichten. Das Mausoleum ist ein wahrer Touristen- Magnet und fehlt bei kaum einer Indien- Reise. Unzählige Menschen schieben sich tagtäglich im 18 Hektar großen Garten zum islamischen Prachtbauwerk aus dem 17. Jahrhundert. Wer keine Lust auf Warteschlangen und Gedränge hat, sollte für den Besuch früh aufstehen oder kurz vor dem Schließen eintreffen. Besichtigt werden kann das Wahrzeichen Indiens von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Das strahlend weiße Marmorgebäude lässt die Sonne zu jeder Tageszeit anders erscheinen und versprüht einen magischen Zauber. Im Tod sind die Liebenden wieder vereint. Ihre Särge liegen heute abgeschirmt in der Krypta, unterhalb der Haupthalle.

Weiße Haut als Statussymbol

Anonymität als Ausländer sucht man in Indien vergeblich. Weiße Haut ist im südasiatischen Land ein regelrechtes Statussymbol. In einem Fernsehspot wird für Bleichcreme geworben, mit der makellos hellen Haut auch Erfolg, Glück und Beliebtheit verspricht. Touristen werden in Indien selbst zu beliebten Fotoobjekten. In wie vielen indischen Familienalben ich nach der Reise zu sehen bin, kann ich nicht sagen - es dürften aber sehr viele sein! Was anfangs schmeichelhaft wirkt, kann mit der Zeit ganz schön nerven. Naru winkt etliche junge Mädchen höflich, aber bestimmt ab, die seine Führung mit "One photo please" unterbrachen.

Wie ein Star fühlt man sich auch im Raj Mandir, im bekanntesten Kino Indiens in Jaipur. Der spektakuläre Filmpalast ist eine echte Kostbarkeit und einen Besuch wert. Jaipur ist eine spannende, berauschende Mischung zwischen Alt und Neu und wird auch "Pink City" genannt, weil 1876 anlässlich eines Besuchs des Prince of Wales (der spätere König Edward VII) die ganze Stadt in Rosa - der traditionellen Farbe der Gastfreundschaft - gestrichen wurde. Bis heute sind die Bewohner der Altstadt per Gesetz dazu verpflichtet, diese Fassadenfarbe zu erhalten. Reisende mit wenig Zeit werden sich den Prachtbauten, wie dem Palast der Winde oder Amber Fort widmen und Jaipur wieder verlassen. Doch für die Hauptstadt von Rajasthan, das "Land der Könige", sollte man sich mehr Zeit nehmen und die Gassen der "rosaroten Stadt" bei einem Spaziergang erkunden. Die Arkaden der Altstadt füllt ein großer Markt, der in unterschiedliche Kunsthandwerksviertel unterteilt ist. Zu finden gibt es hier alles, was das Herz begehrt. Wir flanieren zwischen bunten Blumenketten, aromatisch duftenden Teesorten, handbedruckten Stoffen, Eisenwaren und glitzerndem Schmuck. Jaipur ist bekannt für seinen Handel mit Edel- und Halbedelsteinen. Im muslimischen Viertel im Südosten der Altstadt kann man in den Werkstätten beim Schleifen und Polieren der Steine zusehen. Beim Kauf sollte man aber eher vorsichtig sein und einen Einheimischen wie Naru zur Seite haben.

Busfahrten dauern Stunden

Stundenlange Busfahrten voller Eindrücke prägen jeden Indien- Reisenden. An die waghalsigen Überholmanöver gewöhnt man sich mit der Zeit. Die Fahrt von Jaipur nach Udaipur offenbart aber auch einen besonderen Blick auf das Land abseits der Schnellstraßen und außerhalb der Touristenpfade des "Goldenen Dreiecks". Es geht hier bergauf und bergab. Wir fahren in einem klimatisierten Kleinbus. Neben uns teils Großfamilien auf einem Moped. "Die Autobahn wird gebaut. Ihr seid etwa zwei Jahre zu früh dran", schmunzelt Naru. Die Arbeiten sind schwer übersehbar. Für den Bau der Straße hat man in einem Ort sogar sämtliche Häuser geteilt. Im wahrsten Sinne: durchgeschnitten. Im ersten Stockwerk eines der Gebäude sieht man eine Tür, die vermutlich nie benützt werden kann, weil kein Weg mehr hinaufführt. Bewohnt wird das Haus dennoch weiterhin. Vor der Eingangstüre sitzt ein alter Mann bei seinem Mittagsmahl. Bauarbeiter wohnen in Zelten, waschen sich in der Regentonne. Ausgemergelte Hunde, Ziegen und Kühe schlendern am Weg entlang oder liegen auf den Feldern. Wer hier aussteigt, atmet die schweren Gerüche des Landes ein - ein gewöhnungsbedürftiges Konglomerat aus Staub, Hitze, Müll und Essen. Die Straßen sind mit Schlaglöchern überseht. Hier wird einem auch schnell das Toiletten- Problem bewusst. Als Frau hat man es besonders schwer, einen halbwegs sauberen Rückzugsort zu finden, und Gelegenheiten im Freien zu nützen ist allein aufgrund der vielen ohnehin schon starrenden indischen Männer nicht empfehlenswert. Trotz der scheinbaren Wirrnisse offenbart sich eine faszinierende Langsamkeit und Ordnung im Detail - die Menschen haben Zeit. Nach dem Motto: abwarten und Chai trinken.

Als wir im "Venedig des Ostens", wie Udaipur auch liebevoll genannt wird, ankommen, geht bereits die Sonne unter. Am Ufer des malerischen Pichola- Sees gelegen, umgeben von einer grünen Bergkulisse, versprüht die Stadt auf Anhieb Romantik pur. Abends kann man eine herrliche Aussicht von einem der unzähligen Restaurants mit Dachterrasse genießen. Der Blick auf den Stadtpalast aus gelbem Stein ist atemberaubend. Tagsüber erfreut man sich bei einer Bootsfahrt am Anblick der Wäscherinnen und fröhlich plantschenden Kinder. Eines der berühmtesten Hotels Indiens, das "Lake Palace" schwimmt hier mitten auf dem Pichola- See in märchenhafter Isolation. Wieder auf dem Festland, wecken die kleinen Geschäfte in den verträumten Gassen der Stadt die Kauflust. Die Miniaturenmalerei im Mewari- Stil auf Papier und Seide ist eine Spezialität der Stadt. Aber man findet auch günstige Lederwaren, Silberschmuck und farbenprächtige Kleidung.

Gratwanderung zwischen den ExtremenIndien ist kunterbunt, von erhabener Größe und hat enorm viel zu bieten. Auf Schritt und Tritt fordert das Land zu einer Gratwanderung zwischen den Extremen heraus. Indien kann man nicht einfach besuchen, man muss es erleben! Ob individuell mit Rucksack oder in einer organisierten Reisegruppe: Die beste Reisezeit ist von Oktober bis März, Hochsaison ist zwischen Dezember und Ende Februar. In diesem Zeitraum sind auch die Temperaturen erträglich. Einen wunderbaren Rückzugsort der Ruhe nach einem ereignisvollen Tag bieten die Oberoi- Hotels. Wer eine extravagante Rundreise plant, wird in jedem dieser Hotels die  richtige Mischung aus Service, Exklusivität und Effizienz auf hohem Niveau genießen.

Ob Indien seine Klischees erfüllt? Augenscheinlich gibt es dort ein für uns unverständliches Gesellschaftssystem, und die Gleichberechtigung steckt noch in den Kinderschuhen, aber ich habe auch mit selbstbewussten Frauen gesprochen, die ihr eigenes Auto lenken, was immer noch verpönt ist. Ich habe Pärchen gesehen, die Hand in Hand friedlich durch einen Park spazierten und Kinder, die in ihren Lernpausen im Schulhof Fußball spielten - Veränderung braucht Zeit! Man sollte sich am besten selbst ein Bild machen.

Alle Infos auf einen Blick

Indien entdecken mit Oberoi Hotels & Resorts und dem Angebot "Exotic Vacations": Stellen Sie sich Ihre ganz persönliche Indienreise mit den schönsten Oberoi Hotels zusammen. Vom magischen Taj Mahal zum vibrierenden Rajasthan, von majestätischen Tigern in Ranthambhore nach Bollywood in Mumbai - diese Reise wird unvergesslich. Das Angebot beinhaltet Übernachtungen in einem Premier Room, Frühstück, Transfers zwischen Flughafen oder Bahnhof und dem Hotel in jeder Stadt, kostenfreie Yogastunden, WLAN, Ermäßigungen auf Spa- Anwendungen sowie Steuern und Gebühren. Der Preis startet bei 599 US- Dollar für zwei Personen pro Nacht (gültig vom 1. Oktober 2015 bis 31. März 2016). Gerne unterstützen Oberoi Hotels & Resorts bei der Buchung der Flüge oder Zugfahrten, vermitteln an einen Führer und bei vielem mehr. Weitere Details und Informationen unter http://www.oberoihotels.com/special- offers/exotic- vacations/price- inclusions.aspx. Buchungen unter der kostenlosen Nummer 00800- 1234- 0101 oder unter reservations@oberoigroup.com oder www.oberoihotels.com

Allgemeine Auskünfte: www.incredibleindia.com

Diana Zwickl

28.09.2015, 09:18
Diana Zwickl
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