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21.08.2017 - 00:07
Foto: APA/Helmut Fohringer

Kein Ende der Gewalt in Österreichs Gefängnissen

26.06.2017, 16:50

Die Gewalt hinter Gittern reißt nicht ab! Nach dem Brennpunkt Graz- Karlau - wir berichteten - gab es am Montagvormittag gleich in zwei Justizanstalten Angriffe von Häftlingen auf Wachleute. Dabei wurden vier Beamte teils schwer verletzt. Gewerkschafter Christian Kirchner ist empört: "Es herrscht akute Personalnot!"

Der erste Vorfall ereignete sich in der Justizanstalt Wr. Neustadt in Niederösterreich. Ein jugendlicher nigerianischer U- Häftling wollte nicht in seine Zelle. Als ihm drei Wachleute gut zureden wollten, biss er ohne Vorwarnung einen Justizbeamten in den Brustkorb! Seine zwei Kollegen erlitten ebenfalls Blessuren.

Zum zweiten Vorfall kam es praktisch zeitgleich in der Justizanstalt Krems- Stein. Bei der Vorführung zum Arzt rastete ein verurteilter Schwerverbrecher aus, griff sich eine Holzlatte und schlug damit einem Beamten auf den Kopf. Dieser wurde schwer verletzt.

Foto: Andi Schiel

Bandengefecht mit Messer im Spazierhof

Zudem stellte sich nun heraus, dass die Massenschlägerei im Spazierhof der Haftanstalt Graz- Karlau  offenbar ein Bandengefecht zwischen Tschetschenen und Russen war. Auch ein Messer war mit im Spiel.

Foto: APA/Barabara Gindl

Am Montag versuchte nun einer der beim Raufhandel verletzten Häftlinge aus dem Grazer LKH zu fliehen. So habe dieser plötzlich versucht, aus dem Fenster zu springen. Zwei Beamte, die bei der Behandlung des Häftlings am Vormittag in ersten Stock der Kieferchirurgie des LKH dabei gewesen seien, hätten gut reagiert und den Sprung aus dem Fenster verhindert, sagte Oberstleutnant Gerhard Derler, stellvertretender Leiter der Karlau. Beim Eingreifen hätten sie allerdings Verletzungen davongetragen.

Der Häftling selbst sei bisher noch nicht mit Fluchtplänen aufgefallen. Er war seit Mittwoch in der Inquisitenstation des LKH gewesen und auch immer bewacht zu Behandlungen geführt worden, dabei sei nichts bemerkt worden. Der Mann müsse wegen ordnungswidrigem Verhalten mit disziplinären Maßnahmen rechnen, die Untersuchung sei aber noch nicht abgeschlossen. Die Sache kann aber auch in einer Strafanzeige müden. Es werde auch noch untersucht, ob es sich womöglich um einen Suizidversuch gehandelt haben könnte.

Foto: APA/Sommer Helge

"200 Planstellen bei Justizwache nicht besetzt"

Erst in der Nacht auf vergangenen Mittwoch hatte in der Karlau ein Mörder einen ebenfalls wegen Mordes verurteilten Mann mit einem Tischbein erschlagen.  Stunden später war es zur Schlägerei gekommen. Justizminister Wolfgang Brandstetter hatte noch am Samstag in einem kurzen Pressestatement bei einem kurzfristigen Besuch in der Justizanstalt  unterstrichen, dass das Gefängnis in jeder Hinsicht tadellos sei. Gewerkschafter Kirchner übt indes heftige Kritik: "200 Planstellen bei der Justizwache sind nicht besetzt."

Christoph Budin, Kronen Zeitung, krone.at

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