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24.09.2017 - 18:05
Tierheim-Leiterin Renate Bauer mit jungen Mischlings-Hunden
Foto: © Harald Dostal / 2017

Hilferuf aus dem Linzer Tierheim

15.07.2017, 06:15

"Die Situation ist dramatisch, wir sind komplett voll", sagt Renate Bauer, Leiterin des Linzer Tierheims in der Mostnystraße. Für Hunde musste bereits ein Aufnahmestopp verhängt werden, bei Katzen wird es kommende Woche so weit sein. Dazu kommen finanzielle Nöte, ausgelöst durch mehrere kostspielige Operationen. Ein Engpass beim Futter multipliziert die Sorgen der Tierasylbetreiber.

"Ich bin seit 30 Jahren im Tierschutz tätig, aber so schlimm wie jetzt war es noch nie", sagt Tierheim- Leiterin Renate Bauer. Die Zahl der Menschen, die ihre "Lieblinge" im Tierheim abladen - siehe auch Interview - nimmt ständig zu. Die Gründe sind mannigfaltig: Entweder, weil die Besitzer bei der Pflege überfordert sind, ihr Tier bei einer Übersiedelungen nicht mitnehmen können oder sie aus beruflichen Gründen keine Zeit mehr dafür haben. Auch finanzielle Überlegungen spielen eine Rolle. Seit private Tiervermittlungen via Zeitung oder Internet gesetzlich nicht mehr erlaubt sind, bleibt nun alles bei den Tierheimen hängen.

Erschöpfte Reserven

Das Linzer Team ist dennoch intensiv bemüht, für jeden Schützling einen liebevollen Platz zu finden. Etliche der abgegeben Tiere sind leider gesundheitlich beeinträchtigt, das reicht von Kreuzbandrissen, Knieproblemen bis zu Bandscheibenoperationen. "Kürzlich hatten wir sogar eine Herzoperation bei einer Hündin", bestätigt Tierpflegerin Sonja Zweythurm. Bei derart gravierenden Eingriffen fallen für den Verein, der das Tierheim betreibt, ungeplant hohe Kosten (bei der Herz- OP rund 2000 Euro) an. Das führte dazu, dass die finanziellen Reserven nun nahezu erschöpft sind.
Auch die Weihnachtsfutterspenden sind inzwischen alle aufgezehrt, die Lager müssen neu befüllt werden: "Wir benötigen dringend Geld- und Sachspenden, wären über jede einzelne höchst dankbar."

"Jedes Tier hat ein Recht auf Hilfe!"

Tierheim- Chefin Renate Bauer (57) erklärt, warum teure Operationen selbst bei alten oder schwer verletzten Tieren jederzeit in Kauf genommen werden.

Krone: Wie ist die aktuelle Situation?
Renate Bauer: Unsere Kapazitätsgrenzen sind erreicht. Wir haben bereits 50 Hunde, 150 Katzen und 55 Kleintiere.

Krone: Warum können Sie nicht mehr Hunde aufnehmen?
Bauer: Weil darunter auch verhaltensauffälige Exemplare sind, die einzeln gehalten werden müssen.

Krone: Werden Findlinge abgegeben, wie groß ist die Chance, dass ihre Besitzer sich bei Ihnen melden?
Bauer: Bei Katzen beispielsweise sind das nur 2 Prozent, 98 Prozent bleiben uns. Ich habe den Verdacht, dass nicht wenige ,Findlinge‘ bloß als solche ausgegeben werden.

Krone: Wie sinnvoll ist es, stark verletzte, schwer kranke oder alte Tiere um Tausende Euro zu operieren?
Bauer: Solange für unsere Patienten noch die Chance besteht, dass sie auf die Weise wieder einen lebenswerten Zustand erreichen, versuchen wir das - jedes Tier hat ein Recht darauf!

Krone: Sehr viele der abgegeben Tiere sind nicht kastriert.
Bauer: Das nervt furchtbar. Wenn beispielsweise wer ein Hasen- Pärchen hält, würde es ausreichen, nur das Männchen zu kastrieren und es gäbe nicht Unmengen an Nachwuchs.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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