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28.05.2017 - 07:20
Foto: dpa/Michael Kappeler, Privat

Pole schon Stunden vor Anschlag in Kopf geschossen

26.12.2016, 22:07

Der polnische Lkw- Fahrer, der nach dem verheerenden Anschlag in Berlin vor einer Woche tot auf dem Beifahrersitz gefunden wurde, hatte laut "Bild"- Informationen schon Stunden vor dem Attentat einen Kopfschuss erlitten. Es sei zwar möglich, dass Lukasz Urban noch lebte, als der Lastwagen in den Weihnachtsmarkt raste, er dürfte aber nicht mehr in der Lage gewesen sein, mit dem Attentäter im Führerhaus zu kämpfen und damit Schlimmeres zu verhindern, wie es zunächst geheißen hatte.

Die abschließenden Obduktionsergebnisse hätten ergeben, dass der Pole am Tag der Bluttat schon zwischen 16.30 und 17.30 Uhr einen Kopfschuss erlitten und viel Blut verloren habe, berichtete die "Bild" am Montagabend in ihrem Onlineportal. Es sei möglich, dass er zum Zeitpunkt des Attentats noch lebte. Mediziner schlossen der Zeitung zufolge aber aus, dass der 37- Jährige bewusst handeln und den Attentäter angreifen konnte.

Der Lastwagenfahrer hatte seinen Sattelschlepper am 19. Dezember in Berlin geparkt, um auf die Entladung seiner Fracht zu warten. Ab etwa 16 Uhr war er telefonisch nicht mehr erreichbar. Kurz nach 20 Uhr steuerte der Attentäter den Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt. Auf dem Markt starben elf Menschen, mehr als 50 wurden verletzt.  Der Familienvater, der für die Spedition seines Cousins in Stettin arbeitete, wurde erschossen auf dem Beifahrersitz gefunden.

Foto: APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ

In einer Online- Petition auf der Plattform Change.org wird zurzeit das deutsche Bundesverdienstkreuz für den Mann gefordert. Mehr als 36.000 Menschen unterzeichneten die Petition bis Montagabend.  Die Initiatorin schrieb, er sei ein Held und müsse posthum geehrt werden, weil er "sein Leben beim Versuch ließ, einen Terroristen vom Schlimmsten abzuhalten". Mit seinem Handeln habe er vermutlich viele Menschenleben gerettet. Zunächst hatte es geheißen, Urban habe in das Lenkrad gegriffen, um die Attacke zu beenden.

Politiker fordern Bundesverdienstkreuz für italienische Polizisten

Deutsche Politiker fordern wiederum, dass das deutsche Bundesverdienstkreuz den beiden italienischen Polizisten, die den mutmaßlichen Attentäter von Berlin gestoppt haben, verliehen wird. Die beiden Beamten hätten "für ihr entschiedenes Handeln eine Auszeichnung verdient", sagte der CSU- Bundestagsabgeordnete Hans- Peter Uhl der "Bild". Auch der CSU- Innenexperte Michael Frieser forderte, dass Luca Scata (29) und Christian Movio (36), der bei dem Einsatz angeschossen wurde, "für ihren Mut eine Anerkennung durch den Bundespräsidenten oder die Bundeskanzlerin" erhalten sollten.

Der Tunesier Anis Amri richtete im Dezember in Berlin ein Blutbad an.
Foto: AFP/HO

Der Terrorverdächtige Anis Amri war in der Nacht auf Freitag nach mehrtägiger Flucht in einem Mailänder Vorort in eine Polizeikontrolle geraten.  Nachdem Amri das Feuer eröffnete, erschoss ihn Scata . Movio wurde bei der Schießerei an der Schulter verletzt.

Redaktion
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