Zack. Bumm. In die Goschn! Simon Ammann versetzte unseren Skispringern schon im Probe-Durchgang den K.-o.-Schlag.
"Simi" schlug zu wie Muhammad Ali
Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer hatten dem dreifachen Olympiasieger jeweils einen 137-m-Satz vorgesetzt. "Simi" ging noch zwei Luken hinunter, knallte 142,5 Meter in den Aufsprung. Eindrucksvoller hätte er seine Lufthoheit in Whistler nicht demonstrieren können.
Schon in den Tagen vor dem Springen auf der Großschanze hatte der Schweizer im Stil von Box-Legende Muhammad Ali die österreichischen Adler mit Schlägen zerzaust. Er distanzierte in allen Trainings die ÖSV-Flieger um mehrere Meter.
Cheftrainer Alex Pointner versuchte einen "Lucky Punch" zu landen. Der Einspruch gegen die neue Bindung, die Ammann einen großen Weitengewinn bringen soll, wurde von der FIS aber abgeschmettert.
Schlieri hadert mit Anfahrtsposition
Jetzt musste vor allem Schlierenzauer, der als Weltcup-Seriensieger als haushoher Gold-Favorit gehandelt wurde, Nehmer-Qualitäten zeigen. Im ersten Durchgang konnte sich der 20-Jährige aber nicht wirklich aufrappeln. Mit 130,5 Metern landete er nur auf dem fünften Zwischenrang: "Momentan tu ich mir mit der Anfahrts-Position schwer. Da gelingt mir einmal ein Sprung sehr gut und dann wieder nicht."
Ammann packte hingegen mit 144 m den Hammer aus. Der Pole Malysz blieb als Zweiter sechseinhalb Meter zurück.
Schlieri: "Zwei Mal Bronze - das haben viele nicht geschafft!"
Im Finale erwischte Gregor wieder einen Supersprung. An Ammann und Malysz kam er aber nicht mehr heran: "Jetzt habe ich zwei Bronzemedaillen bei meinen ersten Spielen geholt, das haben nicht viele geschafft."
Andi Kofler belegte vor Thomas Morgenstern Rang vier, Wolfi Loitzl wurde Zehnter.
von Norbert Niederacher, Tiroler Krone
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