Putin-Gegnerinnen
Weitere 6 Monate U-Haft für Punks von Pussy Riot
Jekaterina Samuzewitsch (29, li.), Nadeschda Tolokonnikowa (22, m.) und Maria Aljochina (24, re.) hatten am 21. Februar in der Moskauer Erlöserkathedrale in einem "Punk-Gebet" (Bild 2) die Gottesmutter angefleht, Russland von Wladimir Putin zu erlösen. Darin hieß es unter anderem: "Maria, Mutter Gottes - verjage Putin!" Schon zuvor hatte die Band mehrere spontane Protestkonzerte abgehalten, darunter auch auf dem Roten Platz. Bei ihren Auftritten tragen die Sängerinnen Strickhauben, die ihre Gesichter verdecken. Den Frauen drohen nun wegen Rowdytums bis zu sieben Jahre Haft. Am Montag soll das Datum des Prozessbeginns bekannt gegeben werden.
Verteidigung wollte Putin vorladen
Bei der Anhörung mussten die drei Frauen, wie in Russland üblich, in einem Gitterkäfig sitzen. Die Verteidigung forderte zu Beginn der Anhörung die Vorladung von Putin. Der Präsident soll als Zeuge gehört werden. Dies lehnte das Gericht aber ab. Danach beantragten die Anwälte der Gruppe ein neues Gutachten über den Auftritt der Band. Das Gericht habe die Argumente der Anwälte schlicht ignoriert, kritisierte der Jurist Mark Feigin. "Das ist ein politischer Prozess." Er warf den Behörden vor, die Gruppe aus politischen Motiven zu unterdrücken.
Proteste von Fans und Gegnern
Mehrere russische Schriftsteller, darunter der auch der international bekannte Autor Boris Akunin, kritisierten den Umgang der Justiz mit den jungen Frauen. Andere Kritiker wiesen zudem darauf hin, dass zwei der Inhaftierten kleine Kinder haben. Bei Protesten von Anhängern und Gegnern der Musikerinnen vor dem Gerichtsgebäude führte die Polizei am Freitag mindestens vier Menschen ab, wie die Agentur Interfax meldete. "Russland wird zu einem totalitären Staat", klagte Stanislaw Samuzewitsch, der Vater einer der Angeklagten.







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