Tote und Verletzte

Präsidentenwahl im Jemen von Gewalt überschattet

Ausland
21.02.2012 15:16
Begleitet von Gewalt und Drohungen sind die Menschen im Jemen zur Wahl gegangen, um einen Nachfolger für Langzeitpräsident Ali Abdallah Saleh zu bestimmen. Zur Wahl stand am Dienstag allerdings nur ein Kandidat: der seit 1994 amtierende Vizepräsident Abed Rabbo Mansour Hadi (links im Bild). Darauf hatten sich die großen Parteien des Landes verständigt, um weitere Konflikte zu vermeiden.

Erst mit dieser Wahl endet offiziell die Amtszeit von Präsident Saleh, der seit 1978 in Sanaa an der Macht war. Er hatte im November des Vorjahres den Machtverzicht erklärt und war im Jänner in die USA ausgereist. Nach der Wahl sollen die zahlreichen Verwandten, die Saleh als Kommandanten in Armee, Geheimdienst und Polizei eingesetzt hatte, die Sicherheitskräfte verlassen. General Hadi soll allerdings nur für zwei Jahre als Übergangspräsident im Amt bleiben. Danach wird im Jemen erneut gewählt.

Wahl von Gewalt überschattet
Die Wahl am Dienstag war von Gewalt überschattet: Bei Feuergefechten zwischen Sicherheitskräften und politischen Gruppierungen, die zum Wahlboykott aufgerufen hatten, gab es nach Angaben von lokalen Medien und der Polizei mindestens zehn Tote und rund 30 Verletzte. 

Insbesondere im Südjemen blieben wegen der Gewalt viele Wahllokale sogar geschlossen. In dieser Region des Landes werden einige Landstriche von Al-Kaida-Terroristen und Anhängern der Separatistenbewegung Al-Herak kontrolliert. Die Separatisten treten für eine erneute Trennung von Nord- und Südjemen ein, die erst 1990 wiedervereinigt wurden.

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