Neuer Zündstoff

Iran entwickelt angeblich atomaren Sprengkopf

Ausland
30.09.2009 13:10
Der britische Geheimdienst geht davon aus, dass der Iran einen Atomsprengsatz entwickelt. Der Oberste Führer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei, habe bereits 2005 die Wiederaufnahme des 2003 unterbrochenen Waffenprogramms angeordnet, berichtet die "Financial Times" einen Tag vor den beginnenden Atom-Gesprächen in Genf. Demnach könnte der Iran schneller als gedacht in der Lage sein, über Atomwaffen zu verfügen.

Die Erkenntnisse der Briten weichen laut dem Bericht von Informationen des US-Geheimdienstes ab, wonach der Iran sein Programm erst im Jahr 2007 wieder aufgenommen habe. Zuvor hatte Teheran mit erneuten Raketentests und mit der bekanntgewordenen Errichtung einer zweiten Urananreicherungsanlage weltweit für Empörung gesorgt (siehe dazu Storys in der Infobox). Der Westen verdächtigt den Iran, seine nuklearen Anlagen auch für die Produktion von Atomwaffen einsetzen zu wollen. Die Führung in Teheran bestreitet dies.

Iran auf "lange Verhandlungen" vorbereitet
Der Bericht erschien am Vortag der mit Spannung erwarteten Atom-Gespräche mit dem Iran in Genf. Dort treffen sich am Donnerstag Vertreter der fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates, Deutschlands und EU-Chefdiplomat Javier Solana mit dem iranischen Chefunterhändler Said Jalili. Dabei ist Teheran nach Aussage von Präsident Mahmoud Ahmadinejad auf "lange Verhandlungen" eingestellt. "Wir wollen Freundschaft und Verständnis aufbauen", sagte Ahmadinejad am Mittwoch im staatlichen iranischen Fernsehen. 

"Wie auch immer, es beeindruckt uns nicht"
Die internationale Gemeinschaft will den Iran zum Einlenken bei seinem umstrittenen Atomprogramm bewegen. Der Iran möchte dieses Thema dagegen ausklammern und über Lösungen für "globale Herausforderungen" sprechen. Über die Atomfrage will der Iran ausschließlich mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) reden. "Es steht den sechs Ländern frei, die Politik zu wählen, die sie möchten", sagte Ahmadinejad. "Wie auch immer, es beeindruckt uns nicht." Das Treffen sei eine außergewöhnliche Möglichkeit für die Gesprächspartner, ihren Umgang mit dem Iran zu verändern, betonte er. 

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