Aus und vorbei

Britische Armee beendet Irak-Einsatz

Ausland
30.04.2009 17:17
Sechs Jahre nach Beginn des Irak-Krieges hat die britische Armee ihren Kampfeinsatz am Golf offiziell beendet. Am Donnerstag übergaben die Briten in der Militärbasis in Basra die Aufgaben im Südirak an die Amerikaner - einen Monat früher als geplant. An der feierlichen Verabschiedungszeremonie nahm auch der britische Verteidigungsminister John Hutton teil. Unterdessen kamen in London der britische Premierminister Gordon Brown und der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki zu einer Konferenz zusammen. Sie unterzeichneten eine "Erklärung der Freundschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit". Der Irak und Großbritannien würden nun eine neue "Partnerschaft zwischen Gleichgestellten" beginnen, sagte Brown.

Der Abzug der 3.700 Mann starken britischen Truppe soll in den kommenden Tagen beginnen und am 31. Juli abgeschlossen sein. Danach sollen noch 400 britische Soldaten im Land bleiben und die irakischen Sicherheitskräfte trainieren. Der Einsatz sei zwar nicht immer einfach gewesen, erklärte Brown, aber heute sei der Irak "eine Erfolgsgeschichte". "Das schulden wir auch den Anstrengungen der britischen Truppen."

179 britische Soldaten gestorben
Ende März hatten die Briten das Kommando für die Koalitionstruppen an die Amerikaner übergeben, aber immer noch Patrouillen durchgeführt. Im Irak-Krieg sind seit dem Beginn des Einsatzes im Frühjahr 2003 nach offiziellen Angaben 179 britische Soldaten ums Leben gekommen. Auf dem Höhepunkt des von den USA angeführten Militäreinsatzes hatte Großbritannien rund 45.000 Soldaten im Irak stationiert.

Investitionskonferenz in London
In London kamen indes Vertreter von bis zu 250 Unternehmen sowie irakische und britische Minister zu einer Investitionskonferenz für den Irak zusammen, darunter auch Firmenriesen wie der Ölkonzern Shell oder der Triebwerkehersteller Rolls Royce. Brown sagte, mit der irakischen Regierung solle auch ein Abkommen darüber geschlossen werden, wie Großbritannien künftig die Ölförderung im Irak sichern könne. Er fügte hinzu, dass sich die Investitionen britischer Firmen im Irak bisher auf 600 Millionen Pfund Sterling (670 Mio. Euro) summierten.

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