Osttiroler Berge

Gemeinde baut nach Verkaufsstopp Klettersteig

Tirol
30.06.2011 10:46
Die Osttiroler Gemeinde Kartitsch hat nach dem vorläufigen Verkaufsstopp für den 2.690 Meter hohen "Große Kinigat" und den 2.600 Meter hohen "Roßkopf" mit dem Bau eines Klettersteiges auf einen der betroffenen Berge begonnen. Bürgermeister Josef Außerlechner sagte am Donnerstag, man habe zwar gehofft, dass die Gemeinde selbst oder die Bundesforste das BIG-Eigentum übernehmen könnten. "Mit dem Status quo kann man aber leben", meinte der Ortschef.

Über das Büro des Landeshauptmannes sei der Gemeinde "kommentarlos" mitgeteilt worden, dass das Wirtschaftsministerium den Verkauf abgeblasen habe. Dies sei "nicht die von der Gemeinde erhoffte Lösung", meinte ÖVP-Politiker Außerlechner. 

Mit der Bundesimmobiliengesellschaft habe man allerdings einen grundbücherlich abgesicherten Vertrag, dass auf den "Großen Kinigat" ein Klettersteig errichtet werden dürfe. Die 28.000 Euro teure Attraktion soll über eine 600 Meter senkrechte Wand fast bis zum Gipfel führen.

Arbeiten in rund vier Wochen abgeschlossen
Wenn der Klettersteig fertig sei, werde die Gemeinde Landeshauptmann Günther Platter und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (beide ÖVP) zu einem Lokalaugenschein einladen. "Wenn sie sich trauen, dürfen sie den Klettersteig auch benützen", sagte der Bürgermeister. In etwa vier Wochen seien die Arbeiten abgeschlossen.

Verkauf nach heftigen Debatten abgesagt
Die Berggipfel sind seit 2001 im Besitz der BIG, die sie im Zuge der Ausgliederung in eine eigene Gesellschaft im Gesamtpaket vom Bund übernommen hat. Die BIG bot die beiden Gipfel einzeln oder im Paket zum Verkauf an. Der Mindestkaufpreis belief sich bei einer Gesamtfläche von mehr als 1,2 Millionen Quadratmetern auf 121.000 Euro. Nach heftigen Debatten war der Verkauf schließlich vorerst abgesagt worden.

Die Gipfel sollen jedoch trotzdem noch im heurigen Jahr einen neuen Eigentümer finden, so BIG-Sprecher Ernst Eichinger. Man habe den Auftrag, mit "österreichischen Institutionen oder der öffentlichen Hand nahe stehenden Unternehmen" zu verhandeln. Es gebe auch mit der Gemeinde Kartitsch Gespräche, "aber diskret und nicht in der Öffentlichkeit". Man hoffe auf ein Ergebnis "in naher Zukunft, nächstes Jahr soll es nicht mehr werden", erklärte Eichinger.

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