Seit der Zunahme der Kämpfe in Bagdad hatte
das Internationale Rote Kreuz (IKRK) sein Engagement im Irak,
das es als einzige Organisation noch mit Ausländern wahrnahm,
eingeschränkt. Das IKRK kümmert sich vor allem um die
Versorgung von Spitälern und die Wiederherstellung der Wasserversorgung.
Die Lieferung sauberen Wassers ist derzeit das Hauptproblem
im Irak. Die Weltgesundheitsorganisation WHO steht in Jordanien
mit 23 Geräten bereit, mit denen die Wasserqualität
getestet werden kann, sagte WHO- Sprecher Ian Simpson. "Die Lage
in den Krankenhäusern ist schlimmer geworden, weil sich nichts
ändert." Sauberes Wasser werde in den vollbelegten Spitälern
dringend für Operationen gebraucht. "Wir warten darauf, in
den Irak fahren zu können, aber diese Entscheidung wird auf
der Ebene der Vereinten Nationen gefällt."
Wasserqualität wichtig
Der Zugang zu sauberem Wasser ist derzeit in nur
ganz wenigen Regionen möglich. Um den Ausbruch von Cholera
oder Durchfallerkrankungen zu verhindern, müsse die Wasserqualität
unbedingt getestet werden, erklärte die WHO. Dazu hält
die Organisation weitere 36 Notfalleinheiten ebenfalls in Jordanien
bereit, die aus jeweils einer Tonne mit Arzneien und medizinischem
Gerät bestehen. Mit einer Einheit können 10 000 Menschen
bis zu drei Monate lang versorgt werden.
UNICEF warnt seit Tagen, dass vor allem Kinder im
Irak durch Wassermangel und Krankheiten bedroht sind. UNICEF- Helfer
berichten, dass die gefährlichen Durchfallerkrankungen bei
Kindern im Süden des Landes zunehmen. Schon vor dem Krieg
litt jedes irakische Kind durchschnittlich 15 Mal pro Jahr an
Durchfall, teilte die deutsche UNICEF- Sektion am Mittwoch in Köln
mit. Erkrankungen, die durch verschmutztes Wasser hervorgerufen
werden, seien Todesursache Nummer eins bei irakischen Kindern,
jedes achte Kind sterbe vor seinem fünften Geburtstag.
Auch die EU hilft
Die Europäische Union gibt 9,5 Millionen Euro
für humanitäre Hilfe im Irak. Das Geld dient der Versorgung
mit Wasser, Lebensmitteln und medizinischer Ausrüstung vor
allem in den Kriegsgebieten im Süden des Irak. Auch Großbritannien
stockte neben der Kriegskasse seine Nothilfe für den Irak
kräftig auf. Im Budget für 2004, de n Finanzminister
Gordon Brown am Mittwoch in London vorstellte, sind 240 Millionen
Pfund (348 Mill. Euro) für die humanitäre Hilfe vorgesehen,
die zum Wiederaufbau des Landes nach Ende des Krieges dienen soll.
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