Mit mehr als 112 Milliarden Barrel Öl- Reserven
(ein Barrel sind 159 Liter) besitzt der Irak das zweitgrößte
Öl- Reservoir der Welt, nur jenes von Saudi- Arabien ist noch
größer. Auch wenn es jetzt schon Verträge gibt,
wer wo fördern darf, solange es das UN- Wirtschaftsembargo
gibt, sind diese Verträge nichts wert.
Interessanter Weise sind aber nicht die US- Firmen
aktueller Nutznießer dieser Verträge. Europa und Russland
haben aus den traditionell guten Kontakten die besseren Karten.
Erst 1997 hat der russische Öl- Gigant Lukoil mit Husseins
Regierung einen Vertrag unterzeichnet, der ihm die Förderechte
für das gigantische Öl- Feld West- Qurna sichert. Nicht
weniger erfolgreich der französische Multi TotalFinaElf,
der sich die Rechte der Ölfelder von Majnoon sichern konnte.
Beim letzten Treffen zwischen Russlands Präsident
Putin und George Bush soll es im Bezug auf den Irak einzig um
diese Förderechte gegangen sein. Putin macht seine Zustimmung
zu einem Irak- Krieg von der Sicherung seiner Förderrechte
abhängig.
Es bleibt klar, dass ein Motiv für einen Irak- Krieg
seitens der USA auch im Öl zu suchen ist. Bis jetzt konnten
die UN- Kontrollore nicht eine verbotenen Waffe finden, dennoch
hört der Truppenaufmarsch der Amerikaner nicht auf.
Übrigens: Ein Gewinner des Irak- Krieges wird
jedenfalls die US- Firma Halliburton sein: Der US- Konzern gehört
zu den größten Ausrüstern der Erdölindustrie
- von der Pipeline bis zum Bohrturm. Die "Washington Post" orakelte
bereits, dass für Halliburton und Co nach einem Sturz Husseins
ein "Goldrausch" beginnen könnte. Doch auch ohne den Irak
laufen die Geschäfte nach schwachen Jahren Ende der 90er
inzwischen wieder blendend. 2001 stieg der Nettogewinn um über
50 Prozent auf 809 Millionen US- Dollar. Auftrieb erhielt die Aktie
am Donnerstag durch eine weitere Meldung. Demnach kommen die Verhandlungen
über einen Abschluss anhängiger Asbest- Klagen gut voran.
Dass Halliburton bei einem von den USA durchgesetzten Regime- Wechsel
im Irak kräftig zum Zuge kommen dürfte, wird in Branchenkreisen
nicht bezweifelt. Denn die Kontakte in allerhöchste Regierungskreise
könnten nicht besser sein: Vize- Präsident Dick Cheney
war jahrelang Chef des Konzerns. «