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Zwei weitere Patres in Kremsmünster suspendiert

15.03.2010, 10:09
Zwei weitere Patres in Kremsmünster suspendiert (Bild: APA/RUBRA)
Foto: APA/RUBRA
Der Abt des im Zuge der jüngste Welle an Missbrauchsvorwürfen in die Schlagzeilen geratenen Stiftes Kremsmünster in Oberösterreich hat zwei weitere Patres ihrer Ämter enthoben. Gegen die Geistlichen gebe es Vorwürfe wegen psychischer und physischer Gewalt. Damit hat Abt Ambros Ebhart (Bild) mittlerweile fünf Patres des Klosters suspendiert. Im oberösterreichischen Zisterzienserstift Wilhering berichtet man indes von einer regelrechten "Lawine" an eingetroffenen Vorwürfen.

Am Sonntag hat im Kloster ein Krisenstab aus Ordensbrüdern und weltlichen Beratern getagt. Danach enthob der Abt die zwei weiteren Geistlichen ihrer Ämter. Er wolle damit ein deutliches Zeichen setzen, "dass mir und der Klostergemeinschaft an einer klaren und transparenten Aufklärung und Aufarbeitung des Geschehenen gelegen ist", so Ebhart in seiner Stellungnahme auf der Website des Stiftes (siehe Infobox).

Gegen die zwei Patres stünden Anschuldigungen wegen physischer und psychischer Gewalt im Raum. Die Vorfälle sollen sich in den 1980er- Jahren bzw. einer ein den 1990er- Jahren ereignet haben.

In einem Brief an die ehemaligen Schüler des Stiftsgymnasiums entschuldigen sich Ebhart und Prior Daniel Sihorsch für die Vorkommnisse: "Wir (...) sind im Grunde dankbar, dass Ihr dies offen zur Sprache bringt", schrieben sie. Auch wenn sich die äußeren Strukturen des Internates seither vollständig verändert hätten, liege es nun an der Klostergemeinschaft, missbrauchsfördernde Strukturen ehrlich zu hinterfragen und aufzuarbeiten.

Patre wird sich den Behörden stellen

Gegen die drei vergangene Woche suspendierten Patres gibt es Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs. Einer von ihnen hat seinen Opfern einen Brief geschrieben und werde sich am Montag den Behörden stellen, heißt es jetzt. Die beiden anderen seien ebenfalls bereit, mit den zuständigen staatlichen Stellen und der diözesanen Kommission gegen Missbrauch und Gewalt zusammenzuarbeiten. Bei den Geistlichen handelt es sich unter anderem um den Kirchenrektor und den Bibliothekar des Stiftes.

Im Brief des suspendierten Bibliothekars an seine Opfer heißt es: "Ein Sadist wollte ich nie sein! Wenn ich den entsprechenden Eindruck erweckt habe, tut mir das leid! Ich war leider oft gedankenlos, oft launenhaft und allzu oft unbeherrscht. Dafür möchte ich mich entschuldigen", schreibt der beschuldigte Pater. Er beteuerte, seine Schüler "ausnahmslos gern gehabt" zu haben.

"Mag sein, dass ich meine Gefühle oft zu wenig, manchmal auch gar nicht - bei anderen Gelegenheiten dann wieder zu deutlich und auf unzulässige Weise gezeigt habe." Wenn er jemanden traumatisiert und seelisch verletzt habe, "bedaure ich das zutiefst und bitte um Entschuldigung", so der Geistliche.

Stift Wilhering: "Es ist eine Lawine"

In einem anderen oberösterreichischen Kloster, dem Stift Wilhering, treffen indes laufend neue Missbrauchs- Enthüllungen ein. Nachdem letzte Woche ein ehemaliger Internats- Schüler des dortigen Stiftsgymnasiums öffentlich machte, dass er in den 60er- Jahren von einem Präfekten gequält und sexuell erniedrigt wurde, hat sich eine Vielzahl von Opfern zu Wort gemeldet.

"Es ist eine Lawine", schilderte Abt Gottfried Hemmelmayr am Sonntag der "Krone" betroffen und schockiert. Unter den über 20 Missbrauchsopfern, die sich bisher gemeldet haben, befinden sich auch Frauen, die als junge Mädchen in Pfarren belästigt wurden.

"Ich bin erschüttert über diese Verletzungen und Traumatisierungen, die manche ehemalige Schüler erlitten haben. Ich entschuldige mich dafür im Namen des Konvents und bitte alle um Vergebung", so Hemmelmayr. Es ist ihm "ein Anliegen, dass in Offenheit und Ehrlichkeit die dunklen Schatten der Vergangenheit aufgearbeitet werden". Hemmelmayr betonte allerdings auch, dass ein Großteil der jetzt Beschuldigten bereits verstorben sei.

Das Internat des Stiftsgymnasiums Wilhering wurde bereits 1990 geschlossen. Die bestehen gebliebene Schule besuchen derzeit 480 Burschen und Mädchen, die dort "nach christlich- humanistischen Grundsätzen unterrichtet werden", so der Abt.

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