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Schwere Unwetter fordern ein Todesopfer

13.06.2010, 10:18
Schwere Unwetter fordern ein Todesopfer (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Foto: APA/Herbert Pfarrhofer
Eine massive Sturm- , Gewitter- und Regenfront hat am Samstagabend für ein Chaos auf den Straßen in Ostösterreich gesorgt. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Im Burgenland musste das "Nova Rock"- Festival unterbrochen werden. Auch über Teilen Oberösterreichs ging der Starkregen nieder. Ein 15- Jähriger starb in Neuhofen, als er ein Bad in der reißenden Krems nehmen wollte.

Der Bub war gegen 21.40 Uhr an einer Badestelle im Gemeindegebiet von Neuhofen/Krems in den nach einem Unwetter reißenden Fluss gesprungen, teilte die Sicherheitsdirektion Oberösterreich mit. Er dürfte von einer Wasserwalze erfasst worden sein. Ein Feuerwehrtaucher fand den Toten nach einer Suchaktion sieben Kilometer flussabwärts.

Ein Freund des Unglücksopfers hatte Glück. Er wurde dreimal unter die Wasseroberfläche gezogen, schaffte es aber nach etwa 100 Metern aus eigener Kraft ans rettende Ufer. Er alarmierte die Einsatzkräfte. Bei der anschließenden Suchaktion waren neben der Polizei sieben Feuerwehren im Einsatz.

Großeinsatz für fast alle Wehren Niederösterreichs

Unterdessen gab es in fast allen Bezirken Niederösterreichs Großalarm für die Feuerwehren, wie es seitens des Feuerwehrkommandos hieß. Gegen 20.30 Uhr verfinsterte sich der Himmel bedrohlich. Innerhalb weniger Minuten zogen dunkelschwarze Gewitterwolken auf. Windböen von bis zu 100 Stundenkilometern knickten im ganzen Land Hunderte Bäume um. Insgesamt waren in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Niederösterreich 253 Feuerwehren in 16 Bezirken damit beschäftigt, 465 Einsätze abzuarbeiten.

Im Bezirk Korneuburg wurden geparkte Autos von umstürzenden Holzriesen völlig zertrümmert, verletzt wurde zum Glück dabei niemand. Schwer betroffen waren vor allem die Bezirke Korneuburg (100 Einsätze, 24 Feuerwehren), St. Pölten (85 Einsätze, 50 Feuerwehren), Tulln (54 Einsätze, 22 Feuerwehren) sowie Wien Umgebung (41 Einsätze, 13 Feuerwehren).

Nahe St. Pölten Straßenzüge komplett vermurt

In Waldlesberg im Bezirk St. Pölten standen Dutzende Häuser unter Wasser, fast alle Straßenzüge waren völlig vermurt. Alleine in dieser Ortschaft waren neun Feuerwehren mit 110 Mitgliedern im Einsatz. Lediglich die Bezirke Gmünd, Neunkirchen, Waidhofen an der Thaya, Scheibbs und Wiener Neustadt wurden laut Feuerwehr von den Unwetterkapriolen verschont.

Wien: 60 Meter langes Baugerüst eingestürzt

Die Wiener Feuerwehr musste wegen des Unwetters am Samstagabend über 100 Mal ausrücken. Es habe zwischen 100 und 150 Einsätze gegeben, teilte ein Feuerwehrsprecher mit. In Favoriten stürzte ein 60 Meter langes Baugerüst in sich zusammen und beschädigte fünf Pkws zum Teil erheblich. Die Straßenbeleuchtung wurde völlig zerstört, die Trümmer lehnten sich sogar gefährlich an einen Turmdrehkran. Verletzt wurde aber niemand, berichtete die Feuerwehr.

Die Einsatzkräfte hatten mit den Sicherungsmaßnahmen alle Hände voll zu tun. Das stehengebliebene, von der Mauer losgelöste Gerüst wurde mittels Greifzug Richtung Mauer gezogen und provisorisch befestigt. Über die Drehleiter wurden absturzgefährdete Gerüstteile händisch bzw. mit Trennschleifern abgetragen.

"Nova Rock"- Festival unterbrochen.

Auch auf dem "Nova Rock"- Festival im burgenländischen Nickelsdorf wütete das Unwetter. Gegen 21 Uhr musste die Veranstaltung unterbrochen werden. Nach etwa einer Stunde konnte der zweite Tag des Open Airs allerdings fortgesetzt werden. Die zwischenzeitliche Räumung des Geländes verlief laut Polizei weitestgehend ruhig.

Symbolbild

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