Allen Reformen zum Trotz ist es in Österreich noch immer nicht gelungen, den Pensionsantritt weiter hinauszuschieben. Das liegt an diversen Sonderbestimmungen (Hacklerregelung, Frühpension bei ÖBB, Post & Co.) und daran, dass die Anpassung des Pensionsalters von Männern und Frauen (65/60) erst 2028 erfolgt.
In der EU haben laut einem aktuellen Vergleich der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nur Frankreich und Belgien ein ähnlich frühes Antrittsalter wie Österreich. In Deutschland muss man bis 62 arbeiten, Großbritannien, Holland, Finnland und Schweden haben durch gezielte Maßnahmen den faktischen Pensionsantritt erhöht. In Schweden z. B. gibt es für jedes Jahr, das man vor 65 geht, 6 Prozent Abschlag. Bleibt man länger aktiv, erhält man aber 10 Prozent Zuschlag.
Khol und Blecha für skandinavisches Modell
In dieselbe Kerbe schlagen auch die beiden Präsidenten des Seniorenrats, Andreas Khol (ÖVP) und Karl Blecha (SPÖ). Um das tatsächliche Pensionsantrittsalter stärker an das gesetzliche anzunähern, schlagen sie ein Anreizmodell vor. Damit Arbeitnehmer länger freiwillig arbeiten, sollten sie dafür markant mehr Pension erhalten - 6 Prozent für ein Jahr, 12 Prozent für zwei Jahre, so Khol.
Derzeit sieht es allerdings nicht danach aus, dass sich hierzulande diesbezüglich in naher Zukunft etwas ändert. Denn die erwähnten Sonderbestimmungen erfreuen sich in Österreich nach wie vor größter Beliebtheit. Im Folgenden die wichtigsten Details jener Pensionsformen, mit denen ein früherer Ruhestand möglich ist.
von Manfred Schumi (Kronen Zeitung) und krone.at
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