Bis Ende September traten knapp 11.400 Menschen in den Landeshauptstädten (außer Wien, das keine Daten vorlegt) aus, wie ein aktueller Rundruf bei den Diözesen ergab. 2009 waren es in den ersten neun Monaten etwas mehr als 7.000 gewesen. Heuer sind es daher auf jeden Fall signifikant mehr, eine Verdoppelung ist jedoch unwahrscheinlich. Eine offizielle Statistik über die Austritte will die Amtskirche erst im Jänner kommenden Jahres veröffentlichen.
Von 1.074 im März auf 270 im September
Die Spitzen bei den Austritten waren im März dieses Jahres erreicht worden, seit Jahresmitte hat der Wille zur Abkehr von der Kirche wieder etwas nachgelassen und hält sich konstant. So meldeten sich in Graz in den ersten drei Quartalen dieses Jahres insgesamt 3.162 Menschen von ihrem Glauben ab, 2009 waren es im Vergleichszeitraum 1.868. Zum Vergleich: Im März verzeichnete man dort 1.074 Austritte, im September 270, zwei Monate zuvor im Juli sogar nur 157. Beruhigt kann die römisch-katholische Kirche dennoch nicht sein, insgesamt bleibt die Zahl der Austritte in den vergangenen Jahren nach wie auf hohem Niveau.
In Linz gab es heuer bisher 2.259 Austritte (2009: 1.690). Auch in Innsbruck muss die Kirche in diesem Jahr um viele Schäfchen trauern: 1.517 meldeten sich vom Glauben offiziell ab, 2009 waren es 882. In der Stadt Salzburg, die auch als zweite Erzdiözese neben Wien fungiert, traten 1.470 Menschen aus der Kirche aus (2009: 1.053). In Bregenz werden nur die Zahlen des gesamten Bezirks und nicht der Stadt allein erhoben, dort verzeichneten die Behörden 1.279 Austritte im Gegensatz zu 600 im Vorjahr.
In St. Pölten waren es 694 (als einzige Landeshauptstadt wird hier nur die Gesamtzahl 2009 zum Vergleich mit 422 angegeben), in Klagenfurt 965 (2009: 506) und in Eisenstadt, wo mit Ägidius Zsifkovics ein neuer Bischof residiert, der im Vergleich zum Vorgänger viel konservativer ist, 126 (2009: 37).
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