Im Jahr 2008 beliefen sich Grassers Einkünfte aus selbständiger Arbeit demnach auf 23.988,70 Euro; abzüglich Werbungskosten sinkt der Gesamtbetrag der Einkünfte auf 17.153,42 Euro. Seine Steuer vor Abzug der Absetzbeträge reduzierte sich auf 2.742,14 Euro, berichtet das Magazin.
Rund 200.000 Euro als Minister
Kein Vergleich zu den Einkünften, die Grasser vor und während seiner Amtszeit als Minister unter dem damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hatte. Im Jahr 2000 gab Grasser für seine Tätigkeit beim Magna-Konzern von Jahresbeginn bis zu seiner Angelobung als Finanzminister am 4. Februar Bruttobezüge von 259.201,83 Euro an. Als Minister bekam er für den Rest des Jahres Bruttobezüge von 186.839,75 Euro. Während seiner Ministerzeit hatte er dann zwischen 207.203 Euro (2001) und 219.055 Euro Bruttoeinkünfte.
2007 - Grasser schied am 11. Jänner als Finanzminister aus und erhielt dem Bericht zufolge sein Ministergehalt bis Ende März - beliefen sich seine Bruttobezüge nur mehr auf 43.152 Euro. Laut Einkommenssteuerbescheid 2007 lag sein Jahreseinkommen letztlich bei 29.524,35 Euro, weil Werbungskosten und ein Veranlagungsfreibetrag abgezogen wurden.
Finanz: "Verdacht einer Abgabenhinterziehung"
Die Finanz hegt "den konkreten Verdacht einer Abgabenhinterziehung bezüglich Umsatzsteuer, Einkommenssteuer und Kapitalertragssteuer", heißt es laut "News" in den Akten. Grasser werden dabei "in Steueroasen angesiedelte Rechtssubjekte" - aufgezählt werden etwa die Silverland Stiftung, die Levesque Holding und die Gemain Limited - zugerechnet, bei denen der Verdacht bestehe, dass er diese Firmen "faktisch" kontrolliere. Seit über einem Jahr läuft ein Finanzstrafverfahren gegen den Ex-Finanzminister.
Grasser-Anwalt: "Mein Mandant hat Probleme"
Grasser-Anwalt Manfred Ainedter kritisierte den "News"-Bericht scharf. In der Veröffentlichung der Steuerakte sieht der Jurist "einen weiteren Fall von Amtsmissbrauch". Grasser habe jedenfalls "erhebliche Beträge" an Steuer gezahlt, erinnerte Ainedter daran, dass für GmbHs Körperschafts- und Kapitalertragssteuer anfallen, während es in dem "unseriösen, unvollständigen und schlecht recherchierten" Bericht des Magazins lediglich um die Einkommenssteuer gegangen sei. Eine Klage sei in Vorbereitung.
"Das Problem ist, dass mein Mandant, was Geschäfte betrifft, Probleme hat", gab der Anwalt zudem gegenüber der "Krone" zu bedenken. "Schließt er ein Geschäft ab, dann steht es wenig später in der Zeitung. Das hat dazu geführt, dass Leute, die nicht in der Zeitung stehen wollen, vor Geschäftsanbahnungen mit dem Ex-Finanzminister in zunehmendem Maße zurückschrecken", so Ainedter.
Wiener Penthouse nicht mehr leistbar
"Weil er keine Einnahmen, dafür aber jede Menge Ausgaben hat", müsse Grasser auch sein Wiener Luxus-Domizil verkaufen, vertraute Ainedter der "Krone" weiters an. Der Ex-Finanzminister verfüge über einen Mietvertrag, der ihm eine "eigentümerähnliche Stellung" verleihe. Beim Ausstieg aus seinem Vertrag für das Penthouse könne Grasser immerhin etliche Millionen erwarten.
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