EHEC-Keim

Deutsche Patientin im Wiener AKH in Lebensgefahr

Wien
06.06.2011 07:27
Der Zustand jener deutschen EHEC-Patientin, die im Wiener AKH behandelt wird, ist offenbar kritischer als bisher bekannt. Wie der AKH-Infektionsspezialist Wolfgang Graninger am Sonntagabend sagte, "besteht Lebensgefahr". Die Frau leide an Nierenversagen, sei aber noch nicht Dialyse-Patientin.

Die 32-Jährige stammt aus dem von EHEC besonders betroffenen deutschen Bundesland Niedersachsen und war bereits mit entsprechenden Krankheitssymptomen nach Österreich eingereist. Sie wird seit Freitag im AKH behandelt.

Endgültige Klarheit am Dienstag
Es dürfte sich bei der Frau wohl um die schwere Komplikation HUS, das hämolytisch-urämische Syndrom, handeln, das von den aggressiven EHEC-Bakterien ausgelöst wird, da die Nieren der Patientin betroffen sind, erklärte Graninger im ORF. Klarheit werden aber erst die weitergehenden Untersuchungen des Keims durch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit ergeben. Laut der Generaldirektion des Krankenanstaltenverbunds sollen die entsprechenden Ergebnisse bis Dienstag vorliegen.

Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich erklärte, dass in Österreich aus der Landwirtschaft wegen der EHEC-Epidemie Schäden gemeldet wurden, die sich derzeit auf 350.000 Euro belaufen. Entschädigungen für die Produzenten würden "im gesamteuropäischen Verbund gelöst". 200 Millionen Euro Schäden habe Spanien ins Treffen geführt.

In Deutschland bereits 21 Tote
Unterdessen stieg Zahl der Todesfälle infolge von EHEC-Infektionen am Wochenende nach Angaben des Robert-Koch-Instituts auf 21. Bundesweit sind inzwischen 1.526 EHEC-Fälle bekannt, bei 627 Patienten wurde zudem das gefährliche hämolytisch-urämische Syndrom diagnostiziert. Zahlreiche Patienten schweben in Lebensgefahr.

Kliniken in Norddeutschland arbeiten angesichts der EHEC-Fälle am Rande ihrer Möglichkeiten, wie Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr der "Bild am Sonntag" sagte. In der Versorgung gebe es Engpässe. Fehlende Kapazitäten etwa in Hamburg und Bremen könnten bisher von umliegenden Krankenhäuser bereitgestellt werden.

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