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Darabos möchte mehr Soldatinnen beim Bundesheer

10.10.2011, 16:01
Darabos möchte mehr Soldatinnen beim Bundesheer (Bild: APA/BUNDESHEER/PETER LECHNER)
Foto: APA/BUNDESHEER/PETER LECHNER
Verteidigungsminister Norbert Darabos will keine Wehrdiener mehr und zugleich auch weniger Generäle beim Heer. Eine Erhöhung wünscht er sich dagegen bei der Zahl der Frauen. Mit 372 Soldatinnen liegt der Anteil der Frauen in der Truppe derzeit nämlich bei sehr niedrigen zwei Prozent. Dem Thema widmet sich in den kommenden Tagen ein Symposium, das Montagnachmittag im Parlament eröffnet wurde.

Darabos bekräftigte dabei sein Ziel, das auch im Regierungsprogramm verankert ist, den Frauenanteil im Heer zu erhöhen. Er strebe an, das Bundesheer auch hinsichtlich seiner Personalstruktur in Bezug auf die Relation Frauen und Männer "international vergleichbar zu machen", so Darabos. Denn das Bundesheer müsse sich "auch in dieser Hinsicht im Vergleich mit unseren Partnernationen, mit denen wir im Rahmen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union für Frieden und Stabilität sorgen, sehen lassen können". International verfügen Armeen im Schnitt über sechs bis acht Prozent weiblicher Soldaten.

Gemeinsamer Dienst soll optimiert werden

"Die Tatsache, dass Frauen und Männer im Österreichischen Bundesheer gemeinsam Dienst verrichten, ist keine Besonderheit mehr. Es stellt sich bei dem Symposium auch nicht die Frage, ob Frauen Soldatinnen werden sollen oder können, sondern vielmehr, wie der gemeinsame Dienst von Frauen und Männern im Heer optimiert werden kann", so der Minister.

Darabos betonte, dass vom gemeinsamen Dienst einerseits die jeweilige Einheit profitiere und anderseits die Qualität der Aufgabenerfüllung und somit die Akzeptanz des Bundesheeres in der Bevölkerung durch die Horizonterweiterung stiegen, die sich aus dieser gemeinsamen Dienstleistung ergebe.

Derzeit 372 Frauen beim Bundesheer

Seit der Öffnung der militärischen Berufe für Frauen im Jahr 1998 haben bereits Hunderte Österreicherinnen eine Karriere als Soldatin eingeschlagen. Derzeit stehen 372 Soldatinnen im Dienst des Bundesheeres. Davon sind 289 in einem Dienstverhältnis, 80 absolvieren derzeit den Ausbildungsdienst und drei befinden sich im Auslandseinsatz.

Der derzeit höchste von einer Frau Offizier (insgesamt 68) erreichte Dienstgrad ist "Oberstarzt", der höchste Unteroffiziersdienstgrad ist "Oberstabswachtmeister". Frauen sind in allen Funktionen und Waffengattungen tätig geworden - als Militärpilotinnen, Militärseelsorgerinnen, Panzerkommandantinnen, Ärztinnen oder Technikerinnen (alle aktuellen Zahlen und Fakten findest du hier ).

Das Bundesheer bietet im Rahmen seiner Sportförderung auch 79 Leistungssportlerinnen die finanzielle Möglichkeit, als Sport- Soldatinnen für nationale und internationale Wettkämpfe zu trainieren. Neben den Soldatinnen seien auch über 2.500 weibliche Zivilbedienstete beschäftigt. "Dies entspricht einem Frauenanteil von über zwölf Prozent", so Darabos.

Darabos- Rede, Podiumsdiskussion, Vortragsreihe

Eröffnet wurde die Veranstaltung nach der Rede von Darabos mit einer Podiumsdiskussion, am Dienstag und Mittwoch finden in der Landesverteidigungsakademie verschiedene Vorträge statt.

AG/red
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