Neue Autos geknackt

Autozug in Villach im Visier von Diebesbande

Kärnten
31.12.2010 15:27
Autoknacker haben jetzt ein neues Betätigungsfeld gefunden: Die Verbrecher suchen auf Bahnhöfen vollbeladene Autozüge, die auf Nebengleisen abgestellt sind, um dann in Ruhe Wertvolles aus den Fahrzeuge auszubauen. Bis jetzt war diese Vorgehen bei uns unbekannt; in der Nacht vor Silvester gab's den ersten Coup.

Ein mit Neuwagen vollbeladener Transport-Zug am Villacher Westbahnhof, der für Italien bestimmt gewesen war, hatte es in der Nacht zum Freitag Pkw-Knackern angetan. Sie brachen zwei der fabriksneuen Dacia "Dusters" auf, indem sie bei beiden eine der hinteren Scheiben einschlugen. 

Dann bauten sie die Autoradios aus. Bei einem Wagen entfernten sie außerdem noch ein Steuergerät und die Rückleuchten. Zeugen für die Tat gibt es nicht; erst ein ÖBB-Mitarbeiter, der auf einer Verschublok an dem Autozug vorbeifuhr, bemerkte die eingeschlagenen Scheiben.

Österreichweit noch nicht viele Fälle bekannt
In Kärnten ist diese Vorgehensweise bis dato unbekannt gewesen. Und auch österreichweit sind noch nicht viele Fälle bekannt, in denen Neuwagen auf Transportzügen das Ziel gewesen wären. In Deutschland haben Einbrecherbanden aber schon des Öfteren Autozüge regelrecht "überfallen".

Gerhard Krassnig vom Landeskriminalamt: "Das sind ziemlich lohnende Ziele. Da sind ja gleich 100 Autos und noch mehr auf einem Zug." Oberst Christian Martinz bestätigt: "In Deutschland gab es bereits Fälle nach diesem Muster; bisher vor allem im norddeutschen Raum."

von Serina Babka, "Kärntner Krone"
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