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Was tun bei chronischer Langeweile im Job?

19.07.2010, 17:53
Was tun bei chronischer Langeweile im Job? (Bild: © 2010 Photos.com, a division of Getty Images)
Foto: © 2010 Photos.com, a division of Getty Images
Sich zu Tode langweilen – das Phänomen des sogenannten Boreout- Syndroms hat Einzug in unsere Jobs gehalten. Die betroffenen Mitarbeiter sehen nach außen hin unglaublich beschäftigt, ja fast schon überfordert aus. In Wahrheit sind sie jedoch unterfordert und verwenden alle ihre Energie darauf, beschäftigt auszusehen. Denn viel beschäftigte Menschen sind in unserer Gesellschaft hoch angesehen. Doch auch Unterforderung stellt Gesundheit und Seelenleben auf die Probe.

Das Boreout- Syndrom – zu Deutsch so viel wie „ausgelangweilt sein“ – tritt jedoch nicht bei faulen Mitarbeitern auf. Die wahre Ursache liegt darin, dass der Mitarbeiter permanent über einen längeren Zeitraum unterfordert ist oder die Zuständigkeiten im Büro nicht klar definiert sind, weil sich zu viele Menschen gleichzeitig mit einem Bereich befassen. Die Mitarbeiter greifen dann zu den gefinkeltsten Strategien, um gestresst zu wirken. Denn wer gestresst ist, der ist wichtig.

Strategie 1 – Erster und Letzter

Der Mitarbeiter ist morgens als erster im Büro und dreht abends als letzter den Computer aus. So kann er die ruhigen Morgenstunden für ungestörte Telefonate nützen, Internet surfen, Zeitung lesen oder einfach gemütlich frühstücken. Sobald die ersten Kollegen oder Chefs auftauchen, widmet er sich mehr oder weniger intensiv seiner Arbeit – und genießt dafür hohes Ansehen in der Firma ob seines scheinbaren Fleißes.

Strategie 2 – Komprimieren

Der Mitarbeiter wird mit einer Aufgabe betraut, für deren Erledigung er einen viel größeren Zeitraum angibt, als er tatsächlich braucht. Der Mitarbeiter erledigt den Job so schnell wie möglich und verbringt den Rest der Zeit damit, sich zu langweilen und beschäftigt zu wirken.

Strategie 3 – Schuld sind immer die anderen

Eine Aufgabe wartet darauf, vom Mitarbeiter erledigt zu werden, die auch von anderen Abteilungen abhängig ist. Der Mitarbeiter gibt vor, an der schnellen Abstimmung interessiert zu sein, in Wahrheit unternimmt er jedoch nur halbherzige Versuche, mit den Kollegen in Kontakt zu treten. Er versucht immer dann, einen Kollegen zu erreichen, wenn dieser so gut wie nie im Büro anzutreffen ist. Er "vergisst", E- Mails zu schreiben oder Post abzuschicken. Fragt der Chef nach dem Fortschritt der Aufgabe, dann sind immer die anderen schuld. Seine Leerzeit füllt er mit privater Korrespondenz und Kaffeepausen.

Strategie 4 – Lärm

Der Mitarbeiter verkriecht sich hinter seinem Bildschirm. Danach ist für mehrere Stunden nur mehr ein lautes Hämmern auf der Tastatur zu hören. Alle Welt denkt, den fleißigsten Kollegen der Welt zu haben – in Wahrheit spielt dieser nur fleißigst ein Online- Spiel. Ebenso kann mit einem Stift emsig herumgekritzelt werden, oder Aktenberge werden von einem Eck des Schreibtischs zum anderen verfrachtet.

Wege aus der Krise

Was sich fast kurios anhört, wird jedoch für Betroffene schnell zu einer wirklich unbefriedigenden Situation. Es ist anstrengend und wenig zufriedenstellend, seine Energie dafür einzusetzen, um zu lügen und einen Schein aufrechtzuerhalten. Die Mitarbeiter sind oft zutiefst unglücklich und fühlen sich in ihrem Job fehl am Platz.

Bemerkst du an dir selber Symptome eines Boreouts, dann solltest du das Gespräch mit dem Chef suchen. Denn oft reichen schon neue Aufgabengebiete und neue Herausforderungen, um die Situation deutlich zu verbessern. Nützt alles nichts, so hilft nur mehr ein Job- , eventuell sogar ein kompletter Branchenwechsel. Denn nur so kann ein glückliches Lebensgefühl wieder zurückgewonnen werden.

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