Im Mittelpunkt des Spiels steht Agent Michael Ford, der sich im Auftrag der US-Regierung an die Fersen eines abtrünnigen Wissenschaftlers namens Prometheus heften soll, dabei in eine Verschwörung verwickelt wird und kurz darauf – so viel sei verraten – von feindseligen Aliens umzingelt wird. Die einzige Möglichkeit, sich aus dieser misslichen Lage zu befreien: nackte Waffengewalt.
Glücklicherweise kann Ford bei seinem Feldzug durch verlassene Flughafenterminals, U-Bahnschächte, das Weiße Haus und andere Schauplätze aus einem umfangreichen Waffenangebot schöpfen. Neben menschlichen Schießprügeln wie Pistole, MP, MG, Schrotflinte und Bazooka stehen auch Wummen außerirdischen Ursprungs zur Auswahl.
Ebenfalls nicht von dieser Welt ist das Alles Sehende Auge, kurz ASA. Diese Kugel hilft Ford, versteckte Schlüssel ausfindig zu machen, um "organisch versperrte Türen" zu öffnen, verborgene Sammel-Relikte zu finden oder unsichtbare Minen zu deaktivieren. Dass für die Suche nach diesen Geheimnissen oftmals Minuten verschwendet werden, um Gänge, Wände und dunkle Ecken mit dem ASA abzuleuchten, trübt allerdings den Spielspaß und bremst zudem den Spielfluss.
Ebenfalls nur bedingt der Unterhaltung zuträglich ist die graue und verwaschene Optik mit ihren grobpixeligen Texturen. Unschöne Kanten, Clipping-Fehler, ständig gleich aussehenden Gegner-Scharen sowie triste und oftmals streng lineare Levelstrukturen lassen nicht den Hauch eines NextGen-Feelings aufkommen. Da vermag selbst die deutlich in die Jahre gekommene PS2 Schöneres zu leisten. Auch in punkto Sound und englischer Sprachausgabe gewinnt das Spiel keinen Grammy.
Dass "The Conduit" dennoch nicht als Reinfall zu bezeichnen ist, verdankt das Spiel vor allem der guten Spielbarkeit. Bis auf den Nahangriff, das Werfen von Granaten oder dem Lenken von Projektilen bei einigen Waffen vom Lauf zum Ziel kommt der Titel weitgehend ohne Controller-Gefuchtel aus. Alle anderen Aktionen und Tasten sind hingegen frei konfigurierbar, was "The Conduit" hinsichtlich Steuerung zu einer Referenz in Sachen Shooter machen dürfte.
Bereits die Standardbelegung überzeugt: Mittels Nunchuck wird Agent Ford durch die Korridore gesteuert, Z- und C-Button dienen dabei dem Ducken sowie dem Anvisieren von Gegnern. Mit der Wii-Mote wird schließlich gezielt und mittels B-Button gefeuert. Über das Steuerkreuz kann zwischen einzelnen Waffen gewechselt und – sofern vorhanden – das Zielfernrohr bemüht werden. Per Minus-Taste wird zu guter Letzt nachgeladen, während die Plus-Taste das ASA zum Vorschein bringt.
Doch nicht nur die gute Steuerung, sondern auch der umfangreiche Multiplayer-Part für bis zu zwölf Spieler zeichnen "The Conduit" aus. In 13 verschiedenen Spielvarianten können Spieler alleine oder im Team miteinander und gegeneinander um die Wette ballern und dabei auf Wunsch sogar mittels Wii Speak mit ihren Freunden kommunizieren.
Fazit: Für die Story gewinnt "The Conduit" sicher keinen Oscar und auch die optische Präsentation lässt zu wünschen übrig. Dass der Sega-Shooter trotz alledem Spaß macht, ist der guten Steuerung sowie dem umfangreichen Mehrspieler-Modus zu verdanken. Wii-Besitzer, die der Mini-Games bereits überdrüssig sind, kommen an "The Conduit" demnach derzeit nur schwer vorbei. Wer allerdings neben der Nintendo-Konsole auch eine PS3 oder Xbox 360 sein Eigen nennt, sollte sich auf diesen Plattformen nach der um einiges opulenteren Konkurrenz umschauen.
Plattform: Wii
Publisher: Sega
krone.at-Wertung: 8/10
von Sebastian Räuchle
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