Mo, 18. Dezember 2017

Christkindl-Einkauf:

30.11.2017 06:00

Nur sicheres Spielzeug zu Weihnachten schenken!

Leuchtende Kinderaugen unter dem Christbaum wünschen sich wohl alle Eltern. Manche Spielwaren bergen jedoch ernste Unfall- und Gesundheitsgefahren. Der Verein "Große schützen Kleine" gibt daher Tipps für den Kauf und sicheren Gebrauch von Geschenken.

Kinder erkunden ihre Umwelt mit allen Sinnen - gerade die Jüngsten auch mit dem Geschmackssinn. Bei kleinem Spielzeug bzw. Teilen davon besteht die Gefahr, dass die Sprösslinge dieses verschlucken oder einatmen. Auch Schnitt- und Fleischwunden kommen häufig vor. Besondere Vorsicht gilt zudem bei batterie- oder strombetriebenen Spielsachen!

"Durch Einatmen können kleine Gegenstände sehr tief in Lunge oder Bronchien eindringen. Auch wenn das Kind anfangs beschwerdefrei ist, entwickelt sich dann nach wenigen Tagen ein unerklärlicher Hustenreiz. Gibt es keine weiteren Symptome, die auf eine Erkältung hinweisen, bitte den Arzt aufsuchen und die Lunge kontrollieren lassen!", warnt Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins und Vorstand der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie.

Hat ein Kind ein Kleinteil verschluckt, wird dieses in der Regel über den Magen-Darm-Trakt ausgeschieden. Verbleibt es aber im Magen, ist medizinische Behandlung erforderlich. Unbedingt auch notwendig, wenn der Nachwuchs etwa eine Batterie verschluckt hat: Im feuchten Milieu des Verdauungstraktes kommt es nämlich durch deren Entladung zu einer Schädigung des anliegenden Gewebes. Weiters kann die Batterie im sauren Magensaft undicht werden, was zur Freisetzung von Quecksilber und anderen extrem alkalischen Bestandteilen führt. Abgesehen von der Ätzwirkung der Lauge beinhalten manche Knopfbatterien über 5g Quecksilberoxid - das ist mehr als die geschätzte tödliche Dosis für Erwachsene! Ebenfalls zum Arzt müssen Eltern mit ihrem Kind, wenn es Magnete, Münzen oder andere metallische Objekte hinuntergewürgt hat.

Sicherheitstipps für Auswahl und Gebrauch von Spielzeug:

  • Wählen Sie altersgerechtes Spielzeug. Kaufen Sie für unter 3-Jährige keines, das kleiner als ein Tischtennisball ist.
  • Idealerweise sollte es keine scharfen Ecken und Kanten oder Quetsch- und Scherstellen aufweisen.
  • Auf Prüfsiegel wie z.B. "GS", "Toxproof", "TÜV" oder "Spielgut" achten.
  • Suchen Sie bei Spielzeug mit Farbüberzug (z.B. lackierten Holzbausteinen) nach Hinweisen zur Speichel- und Schweißechtheit.
  • Prüfen Sie weiche Spielsachen kritisch auf giftige Weichmacher!
  • Achten Sie auf nicht entflammbare Materialien.
  • Unangenehm stechender oder beißender Geruch weist auf gefährliche Inhaltsstoffe hin.
  • Auf Knopfbatterien lieber verzichten - bei Verschlucken besteht Lebensgefahr.
  • Elektrospielzeug, das auf 220 Volt Netzspannung läuft, ist höchstgefährlich! Die maximale Betriebsspannung sollte bei 24 Volt liegen.
  • Lesen Sie die Gebrauchsanweisung und achten Sie besonders auf Warnhinweise.
  • Um die Stabilität von Dreirädern und Co. zu testen, unterziehen Sie diese einem "Rütteltest"!
  • Führen Sie regelmäßig eine Sichtkontrolle der Gegenstände durch: Ist das Batteriefach sicher verschlossen? Beginnen sich Kleinteile abzulösen?

Monika Kotasek-Rissel, Kronen Zeitung

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