Mi, 22. November 2017

50 km langer Tunnel

21.10.2017 10:46

Gigantische Höhle auf dem Mond entdeckt

Japanische Forscher haben auf dem Mond eine riesige Höhle entdeckt, die Astronauten bei künftigen Missionen Schutz vor gefährlicher Strahlung und starken Temperaturschwankungen auf der Oberfläche des Erdtrabanten bieten könnte. Bei der 50 Kilometer langen und 100 Meter breiten Höhle könnte es sich um einen ehemaligen Lavatunnel handeln, wie die japanische Weltraumbehörde Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) mitteilte.

Aus der Auswertung von Daten und Bildern der japanischen Mondsonde "SELENE" (eine Abkürzung für Selenological and Engineering Explorer und zugleich griechischer Name des Mondes), die diese zwischen 2007 und 2009 zur Erde funkte, geht demnach hervor, dass es sich bei der entdeckten Höhle um einen rund 3,5 Milliarden Jahre alten Tunnel handeln könnte, der womöglich durch vulkanische Aktivität entstanden ist.

Dass es solche unterirdischen Tunnel auf dem Mond gibt, sei Forschern bereits seit langer Zeit klar gewesen. Allerdings konnte ihre Existenz erst jetzt bestätigt werden, wie JAXA-Forscher Junichi Haruyama erklärte. Die bahnbrechende Erkenntnis wurde in der US-Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters" veröffentlicht. Gefunden haben die Wissenschaftler die Höhle mithilfe der Mondsonde "SELENE" (Bild unten), die von 2007 bis 2009 um den Erdtrabanten kreiste.

Schutzhöhle für Astronauten?
Künftig könnte der unterirdische Gang in der sogenannten Marius-Hügelgruppe Astronauten vor den gravierenden Temperaturschwankungen und der schädlichen Strahlung auf der Mondoberfläche schützen. "Wir haben die Höhle bisher noch nicht von innen gesehen", sagte Haruyama. Es sei aber davon auszugehen, "dass ihre Erforschung nähere Informationen liefern wird".

Erst im Juni verkündete Japan sein ehrgeiziges Vorhaben, bis 2030 einen Astronauten auf den Mond schicken zu wollen. Zum ersten Mal würde damit ein japanischer Astronaut außerhalb der Internationalen Raumfahrtstation ISS zum Einsatz kommen. Zunächst sollen die japanischen Raumfahrer 2025 eine Mission der US-Weltraumbehörde NASA zur Errichtung einer Raumstation in der Mondumlaufbahn unterstützen. Die Mission dient als Zwischenschritt für eine Langzeitmission der NASA, die mit Hochdruck daran arbeitet, ab den 2030er-Jahren Astronauten zum Mars zu schicken.

Sonde erforschte Mond eineinhalb Jahre lang
Die Sonde "SELENE", der die Japaner - in Anlehnung an den Namen einer japanischen Märchenprinzessin - den liebevollen Spitznamen "Kaguya" verpasst hatten, war am 14. September 2007 an Bord einer "H-IIA"-Rakete vom Tanegashima Space Center ins All gestartet und hatte drei Wochen später eine Umlaufbahn um den Erdtrabanten erreicht.

Rund eineinhalb Jahre kreiste "SELENE" in rund 100 Kilometern Höhe über die Mondoberfläche und sammelte Daten, die Hinweise auf Herkunft und Entwicklung des Erdtrabanten geben sollen. Zwei kleinere Satelliten, die die Sonde aussetzte, umrundeten die Pole des Mondes. Am 10. Juni 2009 wurde "Kaguya" gezielt zum Absturz gebracht und schlug mit rund 6000 km/h in der Nähe des Kraters Gill auf der Mondoberfläche auf.

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