Sa, 18. November 2017

50% chronisch krank

06.10.2017 12:48

Vor Abflug zur „Flugfreigabe“?

"Wir verlangen bei jedem kleineren operativen Eingriff im Spital eine 'Freigabe' durch den Internisten. Da ist es nur ratsam, diesen Menschen auch vor einer Flugreise den Gang zum Hausarzt, eventuell zum Internisten und/oder Lungenfacharzt dringend zu empfehlen", sagt Joachim Huber, Internist und Flugmediziner.

2015 gab es weltweit rund 3,3 Milliarden Flugreisende, Kurzstreckenflüge wie auch Ultralangstrecken-Flüge sind längst Alltag geworden. "Doch gleichzeitig hat das Bewusstsein für die gesundheitlichen Belastungen abgenommen. Der Kabinendruck während des Fluges entspricht beispielsweise rund 2500 Meter Seehöhe. Und oft sagen Patienten: 'Nein, auf 2500 Meter Seehöhe gehe ich nicht mehr hinauf.' Während des Fluges kommen sie aber über solchen Höhen", wurde Huber in einer Aussendung zitiert. 

50 Prozent aller Passagiere älter als 50 Jahre
"In diesem Moment befinden sich mehr als zwei Millionen Menschen in der Luft. 50 Prozent aller Flugpassagiere sind über 50 Jahre alt. Mehr als 50 Prozent sind chronisch krank. Man denke nur daran, dass eine Million Österreicher täglich mehr als fünf verschiedene Medikamente einnehmen. 25 Prozent der Touristen werden am Urlaubsort in irgendeiner Weise krank. Und viele dieser Menschen steigen ins Flugzeug", sagte der Flugmediziner, der ehemals den ersten Österreicher im All, Franz Viehböck, medizinisch betreut hat. 

Pro Jahr 2000 Todesfälle während Flügen
Eine Statistik der "Doc-on-Board"-Initiative hat vergangenes Jahr ergeben: 30 Prozent der Flugpassagiere haben Herz-Kreislauf-Leiden. 15 Prozent weisen chronische Atmungsprobleme auf. Erst danach kommen psychische Notfälle und Flugangst, neurologische Probleme und anderes. Statistisch tritt ein medizinischer Notfall pro 10.000 Passagiere auf. Bei den 250 Mitgliedern des Internationalen Verbandes der Fluglinien (IATA) werden pro Jahr rund 2000 Todesfälle während Flügen registriert. 

Chronische Erkrankungen vor Abflug untersuchen
"Was zum Beispiel bei Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen im Alltagsleben kaum spürbar ist, kann während einer Flugreise leicht problematisch werden", warnte der Flugmediziner. Kommt dann beispielsweise noch eine chronische Lungenerkrankung wie COPD, Asthma oder eine Herz-Kreislauferkrankung hinzu, verschlechtert sich die Situation für den Flugreisenden automatisch. 

"Gerade deshalb sollten Menschen mit chronischen Erkrankungen vor Flugreisen zumindest zu ihrem Hausarzt gehen und sich mit ihm beraten. Und der Hausarzt sollte bei Bedarf zum Lungenfacharzt bzw. zum Internisten überweisen", sagte der Flugmediziner. Per Lungenfunktionsmessung etc. erfolgt eine genauere Abklärung der Situation des Betroffenen, dann kann der Flugreisende ganz gezielt auf die Passage vorbereitet werden.

 krone.at
Redaktion
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