Mi, 25. April 2018

Für Kunden

09.07.2017 10:02

Air Berlin greift künftig tiefer in die Tasche

Für Flugausfälle und Verspätungen will Air Berlin deutlich mehr als zehn Millionen Euro Schadenersatz an ihre Kunden leisten. "Wir legen Sonderschichten ein, um die Gelder auszuzahlen", sagte Vorstandschef Thomas Winkelmann. Seit dem Wechsel auf einen neuen Flugplan Ende März gibt es viele Verspätungen und Flugausfälle bei der hoch verschuldeten Fluggesellschaft.

Seit Ende März kümmert sich auch ein anderer Dienstleister, Aeroground, um das Gepäck der Air-Berlin-Passagiere in Berlin-Tegel. Vor allem im April und Mai blieben viele Koffer von Umsteigern in Berlin liegen oder die Fluggäste mussten lange am Gepäckband warten. Aeroground und die Fluggesellschaft streiten seit Wochen darüber, wer dafür die Verantwortung trägt. Beide Partner räumen eigene Versäumnisse ein, geben aber dem jeweils anderen die Hauptschuld an dem Gepäckchaos.

Verspätungskrise überwunden
Winkelmann sagte der "Rheinischen Post", Air Berlin habe ihre Verspätungskrise seit Anfang Juni überwunden. In Tegel habe es aber am vergangenen Samstag mit der Streichung von 16 Flügen einen "schlimmen Rückfall" gegeben. Da hätten "mehr als die Hälfte der 20 Abfertigungsmanager" von Aeroground gefehlt. Aeroground reagierte darauf am Freitag mit dem Angebot, die Zusammenarbeit mit Air Berlin vorzeitig zu beenden. Wenn Air Berlin das wolle, sei man zu einem Ausstieg aus dem Anfang März geschlossenen Vertrag bereit, hieß es am Freitag in Unternehmenskreisen.

Nach wie vor "Unregelmäßigkeiten"
Aeroground hält den im März verdichteten Flugplan von Air Berlin mit unrealistisch kurzen Umsteigezeiten, einer mangelhaften Steuerung des Flugbetriebs, fehlenden Ansprechpartnern bei der Airline und zu wenig Platz in Tegel für die Hauptgründe für die großen Schwierigkeiten bei der Gepäckbeförderung. Nach wie vor gebe es "Unregelmäßigkeiten" im Flugbetrieb, auch wenn es "etwas besser geworden" sei, hieß es bei Aeroground. Air Berlin will trotz allem mit Aeroground weitermachen. Air Berlin habe in Tegel ihre Hausaufgaben gemacht. "Wir haben über 800 Personen eingestellt. Wir haben den dichten Tegel-Flugplan entzerrt und bereinigt."

Um die krisenbeladene Fluggesellschaft sanieren zu können, verlangte Winkelmann Zugeständnisse von der Belegschaft und dem Geschäftspartner TUI. "Wir müssen mit der TUI über den Vertrag reden, der 2009 über die Überlassung von 14 Maschinen abgeschlossen wurde. Der ist viel zu teuer und ein Mühlstein am Hals der Air Berlin. Das wird TUI nicht gern hören, aber da müssen wir ran."

 krone.at
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