Mo, 20. November 2017

Moderne Therapie

08.05.2017 06:00

Neue Bandscheiben aus Fettgewebe

Kommt das Ende für Metallprothesen? Eigene Stammzellen ließen sich dafür einfrieren. Diese Idee einer Forscherin vom Wirbelsäulenzentrum im Orthopädischen Spital Speising in Wien könnte die Therapie von geschädigten Bandscheiben revolutionieren.

Erste Ergebnisse aus dem Zelllabor zeigen, dass es sich hier nicht nur um eine Vision handelt. DDr. Claudia Eder, Biologin sowie Orthopädin, und ihrem Team ist es gelungen, körpereigenes Fett- in Bandscheibengewebe umzuwandeln. Statt der bisher üblichen Metallprothesen ließe sich ein lebendes Ersatzmaterial implantieren, das in den benachbarten Knochen einwächst und in den Stoffwechsel des Umfeldes eingebunden wird.

Stammzellen einfrieren und später verwenden? "Das ist auch im Erwachsenenalter noch möglich.Theoretisch könnte man also vorsorgen, um später bei Bedarf körpereigene Zellen für ein Bandscheiben-Implantat zur Verfügung zu haben", erklärt Prof. Claudia Eder. Die wichtigsten Voraussetzungen dafür können die Forscher belegen: Stammzellen lassen sich über Jahre in flüssigem Stickstoff einfrieren. Später könnte man sie ohne Qualitätsverlust auftauen und daraus Bandscheiben-Zellen züchten, um die Basis für ein Implantat zu erhalten.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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