Do, 14. Dezember 2017

Schnarchalarm

16.03.2017 13:25

Der Feind in meinem Bett

Drei von vier Österreichern schlafen ab und zu schlecht, jeder vierte findet einmal pro Woche gar keine Ruhe. 11,6 Prozent wälzen sich täglich rastlos im Bett und nur vier Prozent der Bevölkerung gibt bei einer aktuellen Studie von marketagent.com für velux zum internationalen Weltschlaftag am 17.3. an, sich in der Nacht gut ausruhen zu können. Störfaktoren Nummer Eins: Lärm und Stress!

Unter den Menschen, die nie ordentlich zur Ruhe kommen, sind vor allem Frauen. Bereits 15 Prozent finden keinen Schlaf. Bei den Männern sind es "nur" acht Prozent. Auch jedes fünfte Kind ist betroffen. Schulerfolge und Arbeitsleistung sinken dann merklich, was den Druck durch Fehleranfälligkeit noch mehr erhöht. Ein Teufelskreis.

Ständig in Alarmbereitschaft
Eine Hauptursache, warum wir uns stundenlang im Bett herumwälzen, ist Stress. "Nicht nur beruflicher, auch Freizeitstress wirken sich negativ auf Schlafdauer und -qualität aus. 80 Prozent der Angestellten befinden sich permanent in Alarmbereitschaft, weil sie mittels Handy ständig erreichbar sind. Sie haben kaum Möglichkeit, sich zu entspannen", warnt Neurologe und Schlafmediziner Univ.-Prof. Dr. Manfred Walzl vom LKH Graz Süd-West.

Tatsächlich gaben 24 Prozent der Personen, die an der Optimo-Schlafumfrage teilgenommen hatten an, als Einschlafritual das Smartphone für Spiele, Videos, Internetsurfen usw. zu nutzen. Ein fataler Fehler, der viele um die wohlverdiente Nachtruhe bringt. Das blaue Licht von Displays und Tablets suggeriert dem Gehirn, es wäre Tag, das Verarbeiten der Inhalte wirkt aktivierend.

Schnarchen macht krank
Schlafstörungen als Krankheitsursache werden weitgehend unterschätzt: Sie sind oft verantwortlich für Kopfschmerzen und Migräne, Kreislaufprobleme, Übergewicht uvm. Heftige Schnarcher, bei denen es zu nächtlichen Atemaussetzern (Apnoe) kommt, haben ein erhöhtes Risiko für Herzleiden, Bluthochdruck, Demenz, Potenzstörungen und Tagesmüdigkeit mit Sekundenschlaf. Letzteres ist bereits der Grund für jeden vierten tödlichen Verkehrsunfall und zahlreiche schwere Arbeitsunfälle. Doch auch der Partner wird beeinträchtigt, wenn ständig jemand neben ihm "sägt". Jeder Dritte klagt darüber, ein Viertel der Geplagten zieht sogar in ein anderes Zimmer. Daher empfehlen Experten unbedingt eine Abklärung im Schlaflabor!

Von Medikamenten als Schlafmittel wird abgeraten, Arzneipflanzen aus der Natur wie Baldrian, Passionsblume und Melisse sowie Lebensstiländerung (ausreichend Bewegung, fettarme Ernährung, gesundes Raumklima, Entspannungsübungen) sind auf Dauer sinnvoller. Hilfe finden Betroffe auch bei der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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