Do, 24. Mai 2018

krone.at-Test

10.12.2016 09:00

Lenovo Miix 510: Die günstige Surface-Alternative?

Tablets mit Ständer und Tastatur-Cover erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Nachdem Microsoft mit seiner Surface-Reihe den Weg geebnet hat, bieten heute fast alle großen PC-Hersteller solche Geräte an. Der jüngste Neuzugang in dieser Produktkategorie ist Lenovos Miix 510. Und das verspricht mit viel Leistung bei überschaubaren Kosten, sich als eine Art "Volks-Surface" zu positionieren. Ob das klappt, hat krone.at getestet.

Microsofts Surface Pro 4 ist zwar ein tauglicher Begleiter für unterwegs, allerdings auch recht teuer. Mit Core-i5-Chip, acht Gigabyte RAM und 256-Gigabyte-SSD kostet das Gerät über 1200 Euro - und da ist das Tastatur-Cover für rund 95 Euro noch gar nicht dabei.

Lenovos Miix 510 bietet bei etwas geringerer Bildschirmauflösung ähnliche Komponenten, geizt nicht mit dem Zubehör und kostet in einer mit dem Surface Pro 4 vergleichbaren Ausstattung rund 800 Euro. Eine Kampfansage.

Was das Kampfpreis-Detachable hardwareseitig bietet, erfahren Sie hier:

Lenovo Miix 510

CPU

Core i3-6100U / Core i5-6200U / Core i7-6500U

RAM

4 - 8 GB

Diagonale

12,2 Zoll

Auflösung

1920 x 1200 Pixel

Massenspeicher

128 - 256 GB (SSD)

Optisches Laufwerk

nicht vorhanden

Grafiklösung

Intel HD Graphics 520

Anschlüsse

USB-C, USB 3.0, 3,5-mm-Klinke

Funkstandards

Gigabit-WLAN, Bluetooth 4.1, LTE optional

Kameras

5 Megapixel (Hauptkamera
2 Megapixel (Frontkamera)

Akku

8 Stunden Laufzeit (Herstellerangabe)

Software

Windows 10 Home

Extras

Tastatur-Cover
Eingabestift
LTE-Version verfügbar

Maße

30 x 20,5 x 10 Millimeter; 900 Gramm (mit Tastatur: 1,25 Kilo)

Preis

700 - 1100 Euro (UVP)

Die Tabelle zeigt: Lenovo verbaut im Miix 510 gängige Ultrabook-Komponenten, dem entsprechend sieht auch die Leistung aus. Für Surfen, Mailen, Office und Multimedia-Anwendungen ist hinreichend Power da, Bildbearbeitung ist - wenn man das auf 12,2 Zoll Diagonale tun will - ebenfalls möglich. Für Videobearbeitung oder gar Spiele ist die Hardware aber nicht ausgelegt.

Jagt man das Miix 510 durch den Benchmark-Vergleichstest PC Mark, erzielt es 2560 Punkte und reiht sich damit am Niveau aktueller Ultrabooks und Convertibles ein. Das gute Ergebnis dürfte zum Teil auch am flotten DDR4-RAM liegen, den Lenovo im Miix 510 verbaut.

Relativ hohe Hitzeentwicklung, hörbarer Lüfter
Erwähnenswert: Das Metallgehäuse wird im Betrieb spürbar warm - vor allem im rechten oberen Viertel der Geräterückseite, wo die CPU verbaut ist. Der Abtransport der Wärme über Lüftungsauslässe an der Gehäuseoberseite sorgt dabei fast dauerhaft für eine leise, aber etwas hochfrequente Geräuschkulisse.

Das Display im 16:10-Format ist für die tägliche Arbeit ausreichend scharf, seitliche Ablesbarkeit und maximale Helligkeit überzeugen. Die Farbdarstellung ist recht natürlich. Freilich: Für den Außeneinsatz ist das Gerät mit seinem spiegelnden kapazitiven Touchscreen nicht gedacht, hier wird man mit einem Ultrabook mit mattem Display glücklicher.

Streiten könnte man auch über das Bildschirmformat: 16:10 hat bei Filmen und Videos den Vorteil, dass es keine schwarzen Balken ober- und unterhalb des Displays gibt, dafür passen A4-Dokumente so nicht ganz bildschirmfüllend auf das Display.

Solide Kameraausstattung, kein erweiterbarer Speicher
Die Kameraausstattung des Miix 510 ist für den Alltag der meisten Anwender adäquat. Die Hauptkamera reicht, um Dokumente abzufotografieren, die Frontkamera liefert solide Bildqualität für Videotelefonie. Ein Kamerawunder ist das Miix 510 aber nicht - vor allem im Zwielicht.

Die Anschlussausstattung überzeugt bis auf den nicht erweiterbaren Speicher. Über einen normal großen USB-3.0-Port findet gängige Peripherie Anschluss, USB-C ist ebenfalls an Bord und dient - mittels nicht beiliegendem Adapter - auch als Ausgang für externe Bildschirme. Schade: Einen SD- oder microSD-Kartenleser hat das Miix 510 nicht.

Sauber verarbeitet, geringes Gewicht
In puncto Verarbeitung hinterlässt das Miix 510 einen sehr guten Eindruck: Das steife Metallgehäuse ist stabil und weist keine übergroßen Spaltmaße auf, der Ständer mit Spezialscharnier lässt sich angenehm weit aufklappen und macht ebenfalls einen recht langlebigen Eindruck.

Als Notebook kämpft das Miix 510 mit den gleichen Problemen wie andere Detachables: Am Tisch lässt es sich mit seinem ausklappbaren Ständer gut nutzen, am Schoß sorgt die extraleichte Basis für eine nicht unbedingt optimale Standfestigkeit.

Mit einem Gewicht von rund 900 Gramm ist das Miix 510 zwar etwas schwerer als ein Surface Pro 4 und weit schwerer als die meisten Android-Tablets, für die gelegentliche Nutzung als digitaler Notizblock oder das Surfen auf der Couch ist es aber leicht genug. Mit seinem Ständer gibt das Gerät auch ein taugliches Taschenkino ab, allerdings verhindern hier die etwas dünn klingenden Lautsprecher höhere Weihen.

Das magnetische Tastatur-Cover macht einen guten Eindruck: Der Tastenhub ist nicht viel geringer als bei gängigen Ultrabooks, der Stoffüberzug verleiht der Tastatur ein angenehmes haptisches Gefühl und der magnetische Andock-Mechanismus hält die Tastatur zuverlässig fest. Nett: Ein "Stift-Parkplatz" liegt bei, blockiert allerdings bei Nutzung den einzigen großen USB-Port am Gerät.

Überschaubare Akkulaufzeit, reichlich Zubehör
Bei der Akkulaufzeit hält das Miix 510 leider nicht, was Lenovo verspricht. Die acht Stunden Laufzeit, die der Hersteller angibt, mögen bei sehr geringe Bildschirmhelligkeit und wenig Rechenlast drin sein, aber schon beim normalen Surfen sinkt die Laufzeit auf eher fünf bis sechs statt acht Stunden. Einen ganzen Arbeitstag lang kommt man beim Miix 510 mit einer Akkuladung also nicht zurande.

Dafür überzeugt das Miix 510 mit seastatur-Cover extra zur Kasse gebeten wird, legt Lenovo dem Miix 510 Tastatur-Cover, Eingabestift und sogar eine Stofftasche bei. Sehr erfreulich!

An der Software kann man ebenfalls wenig aussetzen: Am Miix 510 läuft jedes beliebige Windows-Programm, es handelt sich also um ein vollwertiges Arbeitsgerät. Wer das Gerät häufig als Tablet nutzt, könnte sich allerdings über die im Vergleich zu Android geringere Auswahl Touch-optimierter Apps ärgern.

Fazit: Lenovo hat mit dem Miix 510 einen attraktiven Surface-Rivalen im Sortiment. Das Gerät ist sauber verarbeitet, hat vergleichsweise viel Rechenleistung und kommt mit viel Zubehör, in einigen Details - Display, Laufzeit, Gewicht - kann es aber nicht ganz mit dem 2-in-1-Gerät von Microsoft mithalten. Bedenkt man, dass man sich preislich hier aber auch ein ganzes Stück unterhalb des Rivalen bewegt, kann man über kleinere Schwächen aber durchaus hinwegsehen.

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