Fr, 15. Dezember 2017

Zu hohe Emissionen

10.03.2016 15:48

E-Auto Tesla Model S als Dreckschleuder bestraft

Strom kommt aus der Steckdose, Steckdosen sind sauber und deshalb sind auch Elektroautos saubere, also umweltfreundliche Fahrzeuge? Nein, nicht grundsätzlich. Und deshalb hat die Regierung von Singapur jetzt einen Tesla Model S mit der höchsten Strafsteuer belegt, die für Autos mit hohen Emissionswerten vorgesehen ist.

Natürlich, da, wo ein Elektroauto gerade fährt, entstehen in dem Moment keine Emissionen. Das passiert früher, bei der Stromproduktion. Es sei denn, der Besitzer stellt per Fotovoltaik seinen eigenen Strom her.

Das Verkehrsministerium von Singapur bringt nun ganz offiziell zum Ausdruck, dass eine 2,2 Tonnen schwere Fünfmeter-Limousine nicht per se umweltfreundlich ist - und steckt Teslas Model S in die Kategorie der Dreckschleudern.

So berechnet sich der Dreckschleuder-Faktor
Der Besitzer des Stromers, ein gewisser Joe Nguyen, hatte den Wagen importiert und sich monatelang mit den Behörden herumgeschlagen - es handelt sich immerhin um den ersten Tesla Model S in Singapur. Dort gibt es ein Rabatt-/Strafsteuersystem, das für besonders emissionsarme Fahrzeuge hohe Zuschüsse gewährt, auf der anderen Seite aber entsprechende Aufschläge vorschreibt.

Eine Behördensprecherin erklärte nach Angaben von Channel NewsAsia, dass der Wagen nach den "United Nations Economic Commission for Europe (UNECE) R101"-Standards getestet wurde und dabei auf einen Verbrauch von 444 Wattstunden pro Kilometer kommt. Das wird nun mit dem Faktor 0.5 g CO2/Wh umgerechnet, wodurch der Tesla auf eine rechnerische CO2-Emission von 222 g/km kommt. Statt also 15.000 Singapur-Dollar (knapp 10.000 Euro) vom Staat zu bekommen, muss Nguyen dieselbe Summe aufzahlen.

Die Sprecherin erklärte weiter, Elektroautos würden nicht grundsätzlich bestraft, ganz im Gegenteil: So sei für einen im Juli 2014 zugelassenen Peugeot Ion der Maximalrabatt gewährt worden.

Die Wirtschaftskommission für Europa (Economic Commission for Europe, UNECE) unterstreicht, dass Singapurs Verkehrsbehörde die Richtlinie R101 richtig umgesetzt habe. Sprecher Jean Rodriguez erklärte das am Donnerstag auch damit, dass Strom in Singapur hauptsächlich aus Gaskraftwerken stamme.

Tesla verweist auf den ab Werk angegebenen Stromverbrauchswert von 181 Wh/km, was den Berechnungen zufolge wiederum nur 90 g/km CO2 bedeutet und in Singapur den höchsten Rabatt bedeutet. Außerdem verweist Tesla darauf, dass das Land die Stromerzeugung aus Sonne und Wind vorantreibe und daher der rechnerische CO2-Ausstoß von Jahr zu Jahr sinke.

Video: Tesla Model S - was der E-Sportler wirklich kann

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden