Di, 17. Oktober 2017

Zwei Festnahmen

12.01.2016 12:19

Heimische Ermittler fassen bosnische Cyber-Bande

Das Österreichische Bundeskriminalamt hat unter Beteiligung der europäischen Polizeibehörde Europol einen Ring bosnischer Cyber-Erpresser dingfest gemacht. Es kam zu zwei Festnahmen, vielen Hausdurchsuchungen sowie Beschlagnahmungen. Die Hacker sollen weltweit Tausende Unternehmen mit sogenannten DDoS-Attacken erpresst haben - vornehmlich Firmen aus der Glücksspiel-, Finanz- und Unterhaltungsindustrie.

DDoS steht für die Abkürzung "Distributed Denial of Service" und bezeichnet einen Cyberangriff, bei dem ein Webserver von Hackern mit einer so großen Anzahl von Anfragen bombardiert wird, dass er unter der Last den Dienst versagt. Oft nutzen Cyberkriminelle sogenannte Botnets, also Netzwerke gekaperter Rechner, um diese Art der Attacke auszuführen.

DDoS-Attacken können teuer werden
Für Unternehmen, die auf eine problemlose Erreichbarkeit ihrer Online-Angebote angewiesen sind, kann eine DDoS-Attacke ernste Folgen haben - von schrumpfenden Einnahmen bis hin zum Vertrauensverlust beim Kunden.

Diesen Umstand machte sich die bosnische Hackergruppe DD4BC, die heimische Ermittler nun dingfest gemacht haben, zunutze. Sie erpresste im großen Stil Unternehmen - laut Europol soll die Zahl der Opfer in die Hunderte gehen - auf der ganzen Welt, vornehmlich aus den Branchen Online-Glücksspiel und Finanzwesen sowie der Unterhaltungsindustrie. In Österreich wurden fünf Unternehmen Opfer der Erpresser.

Österreich leitete Ermittlungen ein
Eingeleitet wurden die Ermittlungen gegen die bosnischen Cyberkriminellen von der österreichischen Polizei, die im Verlauf der Ermittlungen von Europol sowie bosnischen, deutschen und britischen Kollegen unterstützt wurde. Auch die Polizei aus Australien, Frankreich, Japan, Rumänien, den USA und der Schweiz sowie Interpol lieferte Hinweise, die beim Ausforschen der Erpresser halfen.

Europol nimmt den Fall zum Anlass, vor den neuen Gefahren zu warnen, die Unternehmen aus dem Cyberspace drohen. "Die Polizei und ihre Partner müssen jetzt handeln, um sicherzustellen, dass der Cyberspace, der fast jeden Teil unseres Lebens betrifft, gegen neue Bedrohungen durch bösartige Gruppen geschützt ist", fordert der ranghohe Europol-Beamte Will van Gemert.

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