Di, 12. Dezember 2017

Videostatement

22.09.2015 20:13

VW-Chef Winterkorn will bleiben: "Es tut mir leid"

Im Zuge der VW-Diesel-Affäre kämpft Volkswagen-Chef Martin Winterkorn um seine Macht. Laut Medienberichten ist sein Rücktritt bereits fix, doch am Dienstag hat der angeschlagene Vorstandsvorsitzende eigens ein Videostatement veröffentlicht. Darin bittet er um Entschuldigung und bekräftigt zugleich, im Amt bleiben zu wollen. Unterdessen wurde bestätigt, dass betrügerische Software in elf Millionen Fahrzeugen verbaut ist - auch in Europa.

Der 68-Jährige sagte: "Es tut mir unendlich leid, dass wir dieses Vertrauen enttäuscht haben. Ich entschuldige mich in aller Form bei unseren Kunden, bei den Behörden und der gesamten Öffentlichkeit für das Fehlverhalten."

Es wäre falsch, wenn wegen der schlimmen Fehler einiger weniger die ehrliche Arbeit von 600.000 Menschen unter Generalverdacht gerate, sagte Winterkorn in dem Videostatement weiter. "Deshalb bitte ich um Ihr Vertrauen auf unserem weiteren Weg."

Manipulationssoftware in elf Millionen Dieselautos
Volkwagen hatte zugegeben, in den USA Käufer von Dieselfahrzeugen und Behörden im großen Stil betrogen zu haben. Die Software zur Manipulation der Abgaswerte ist nach Angaben des Volkswagen-Konzerns vom Dienstag aber auch in weiteren Dieselfahrzeugen eingebaut. Weltweit seien elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Die beanstandete Software beeinflusse aber angeblich weder Fahrverhalten, Verbrauch noch Emissionen, hieß es seitens VW.

Auch die Vereinten Nationen haben ihren Unmut zu Protokoll gegeben. Das Eingeständnis, elf Millionen Dieselfahrzeuge weltweit mit einer Software zur Manipulation ausgestattet zu haben, sei "äußerst beunruhigend", sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Stephane Dujarric.

VW verlor 27 Milliarden Euro an Börsenwert
Für "notwendige Servicemaßnahmen" und weitere Anstrengungen, um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, wolle Volkswagen im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs 6,5 Milliarden Euro zurückstellen. Die Ergebnisziele für das Jahr 2015 würden "dementsprechend angepasst".

Im dritten Quartal wird VW nun aller Voraussicht nach wegen einer milliardenschweren Rückstellung in die roten Zahlen rutschen. Experten hatten vor Bekanntwerden des Skandals mit einem Gewinn von knapp drei Milliarden Euro gerechnet.

Die Gewinnwarnung im Zuge der Abgas-Affäre beschleunigte die Talfahrt der Volkswagen-Aktie am Dienstag noch einmal. Die Titel rauschten um bis zu 23,3 Prozent auf 101,35 Euro in die Tiefe, nachdem die Aktien bereits am Montag um knapp 19 Prozent eingebrochen waren. Damit büßte der Wolfsburger Konzern seit Bekanntwerden des Abgas-Skandals knapp 27 Milliarden Euro an Börsenwert ein.

Nachdem die US-Umweltbehörde EPA den Abgas-Betrug aufgedeckt und am vergangenen Freitag bekannt gegeben hatte, musste der Wolfsburger Konzern eingestehen, fast eine halbe Million Fahrzeuge mit manipulierter Software verkauft zu haben. Die Vierzylinder-Dieselmotoren waren so präpariert, dass sie bei Abgastests als "Clean Diesel" dastanden, in Wahrheit aber als Dreckschleudern unterwegs waren - mit teilweise 40-fach zu hohem Abgasausstoß.

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