Sa, 16. Dezember 2017

Nur noch Turbos

07.09.2015 10:12

Schluss mit Saug-Boxern im Porsche 911!

Künftig könnten alle "Porsche 911 Carrera" auch "Porsche 911 Turbo" heißen, denn die Zuffenhäuser schaffen mit dem bevorstehenden Lifting die Saugmotoren in ihrem Traditionssportwagen ab. Das erlaubt einen kleineren Hubraum und senkt den Normverbrauch. Die Markteinführung erfolgt Ende des Jahres.

Bislang hatte der Boxermotor bei Carrera und Carrera S 3,4 beziehungsweise 3,8 Liter Hubraum. Unter dem neu gestalteten Heckdeckel mit seinen nun vertikalen Lamellen findet sich nun ein drei Liter großer Sechszylinder, das fehlende Volumen gleichen zwei Turbolader aus. Im Einstiegsmodell sorgt das für eine Leistung von 370 PS, im S-Modell sind es 420 PS. In beiden Fällen entspricht das einem Plus von 20 PS gegenüber dem alten Sauger. Auch das Drehmoment steigt, um je 60 auf 450 respektive 500 Nm. Zur Verfügung steht es im breiten Band zwischen 1.700 bis 5.000 Umdrehungen.

Die neuen Motoren sorgen für leicht bessere Fahrleistungen. So dauert es 0,2 Sekunden weniger, bis Tempo 100 erreicht ist (Carrera mit Doppelkupplungsgetriebe: 4,2 Sekunden; S mit Sport Chrono: 3,9 s)), die Höchstgeschwindigkeit steigt um 4 bzw. 6 km/h (Carrera: 295 km/h; Carrera S: 308 km/h). Hauptgrund für die Änderung am Motorenkonzept war jedoch der Verbrauch: Der Normwert sinkt um bis zu einen Liter – vor dem Hintergrund immer strengerer CO2-Emissionsvorgaben ein Riesenschritt. Der Carrera kommt laut Hersteller nun mit 7,4 Liter aus, der Carrera S mit 7,7 Liter, jeweils in Kombination mit dem verbrauchssenkenden Doppelkupplungsgetriebe.

Porsche ist mit diesem Spar-Ansatz nicht allein. Neben nahezu allen Volumenmarken nutzt mittlerweile auch Erz-Konkurrent Ferrari beim 488 GTB die Kombination aus Aufladung und kleinen Hubräumen zur Verbrauchssenkung. Puristen sehen die Entwicklung häufig mit Bedauern, erfreuen sie sich doch gerne am typischen linearen Kraftaufbau der Saugmotoren, am hohen Drehzahlniveau und an ihrem häufig kernigeren Klang. Porsche beeilt sich daher auch zu betonen, dass auch die Turbos den markentypisch sonoren Motorklang bieten. Und auch das Drehzahlmaximum bei 7.500/min übertreffe die Werte üblicher Turbomotoren deutlich.

Beim Rundendrehen auf der Nordschleife soll die neue Version der alten sowieso überlegen sein. Porsche hat 7:34 Minuten gemessen, gut sechs Sekunden weniger als beim Vorgänger. Das mag auch am überarbeiteten Fahrwerk liegen, das die Karosserie zudem nun zehn Millimeter näher an den Boden absenkt. Dazu gibt es neue Dämpfer und erstmals die Hinterachslenkung, die bislang 911 Turbo und 911 GT3 vorbehalten war. Zu den weiteren Neuerungen zählen ein überarbeitetes Infotainment-System sowie neue und überarbeitete Assistenten.

In Verbindung mit dem optionalen Sport Chrono-Paket verfügt der 911 Carrera erstmals über einen Mode-Schalter im Lenkrad, der vom Hybrid-Modus-Schalter des 918 Spyder abgeleitet ist. Der Mode-Schalter besteht aus einem drehbaren Ring mit vier Positionen für die Fahrprogramme "Normal", "Sport", "Sport Plus" und "Individual". Die Einstellmöglichkeiten umfassen sogar die aktiven Motorlager.

Der Preis für das aufgeladene Carrera-Coupé beträgt 115.252 Euro. Gegenüber dem aktuellen Modell bedeutet das einen Aufschlag von gut 3.000 Euro. Der 911 Carrera S kommt künftig auf 132.990 Euro, also knapp 2.000 Euro mehr als bisher. Die Cabrios stehen für 131.082 Euro und 149.296 Euro in der Liste.

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