Sa, 16. Dezember 2017

Prozess in Finnland

10.07.2015 09:04

Teenager kaperte 50.000 PCs: Zwei Jahre Bewährung

Ein finnisches Gericht hat einen erst 17 Jahre alten Hacker, der mutmaßlich zur Hackergruppe "Lizard Squad" gehört, zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Sein jugendliches Alter kam dem Finnen dabei zugute, die Liste der Vorwürfe war lang: Er soll 50.000 Rechner gekapert, für ein Botnetz missbraucht und Bitcoin-Geldwäsche damit betrieben haben. Außerdem soll er in den Mailserver der US-Eliteuniversität MIT eingebrochen sein und Kreditkartenmissbrauch betrieben haben.

Zum Zeitpunkt der Taten war der heute 17-Jährige erst 15 bis 16 Jahre alt, was sich einem Bericht der britischen TV-Anstalt BBC zufolge als strafmindernd auswirken sollte. Wäre er zum Zeitpunkt seiner Taten bereits volljährig gewesen, hätte Julius K. vor Gericht im finnischen Espoo wohl eine deutlich höhere Strafe ausgefasst. Die Liste der Cyberverbrechen des jungen Mannes ist nämlich lang.

Der Prozess wurde ihm gemacht, weil er 50.000 Computer auf der ganzen Welt gekapert und für ein Botnetz missbraucht haben soll, mit dem er sogenannte DDoS-Attacken ausführte. Solche Angriffe führten beispielsweise zum Jahreswechsel dazu, dass die Multiplayer-Dienste der Heimkonsolen PS4 und Xbox One vorübergehend nicht erreichbar waren. Pikantes Detail: Der junge Finne soll Mitglied in der Hackergruppe "Lizard Squad" sein, die sich zu den Angriffen auf die Gaming-Dienste bekannt hat.

Hacker war zum Tatzeitpunkt erst 15 bis 16 Jahre alt
Ebenfalls auf dem Kerbholz des Julius K.: Geldwäsche mithilfe der Digitalwährung Bitcoin, der Raub und Missbrauch von Kreditkartendaten und ein Einbruch beim Mailserver der US-Technikuniversität MIT, bei dem sieben Gigabyte an E-Mails entwendet wurden. All das soll der junge Finne bereits 2012 und 2013 verbrochen haben – im zarten Alter von 15 bis 16 Jahren. Im Herbst 2013 wurde er schließlich verhaftet, bis zur Verurteilung dauerte es bis heute.

Die Kosten, die das Treiben des Burschen verursacht hat, sind enorm. Allein sein Einbruch beim E-Mail-Server der US-Uni soll Schäden von mehr als 200.000 US-Dollar verursacht haben. Der Schaden, den Kreditkartenbetrug, Bitcoin-Geldwäsche und das Botnetz verursacht haben, lässt sich schwer beziffern, dürfte aber ebenfalls beträchtlich sein.

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