Di, 12. Dezember 2017

Vorfreude erlaubt

06.07.2015 09:29

Mercedes C-Klasse-Coupé: Noch ist das Heck getarnt

Mercedes macht sich bereit für das Schaulaufen in der Mittelklasse. Denn als dritte Variante nach Limousine und T-Modell bereiten die Schwaben für die C-Klasse gerade wieder ein Coupé vor. Der Zweitürer feiert seine Weltpremiere im September auf der IAA in Frankfurt und geht zum Jahreswechsel an den Start - rechtzeitig vor dem Facelift für den 4er-BMW und deutlich bevor Audi das Tuch vom neuen A5 zieht.

Noch kann man die schicke Linie nur erahnen, die Gordon Wagener der C-Klasse ins Blech gedrückt hat. Doch selbst wenn der schönste Hintern der C-Klasse bis zur Enthüllung in Frankfurt in dicker Tarnfolie steckt, sieht man bereits die für ein Coupé ungewöhnlich steile Silhouette, das stark abfallende Dach sowie das deutlich eingezogene Passagierabteil und erkennt, was für eine scharfe Silhouette da künftig um Aufmerksamkeit buhlt.

Außerdem will das Coupé nicht nur ein Augenschmaus sein, sondern versucht sich auch als Fest für die Ohren. Nicht umsonst bekommt der Zweitürer einen Klappenauspuff mit betont sportlicher Note. Und aus gutem Grund hat Früh die Basismotoren lieber nicht übernommen und startet deshalb mit den 156 PS des C 180. Nach oben markiert der 510 PS starke C 63S aus dem AMG-Programm die Spitze und wird dort womöglich bald weichen müssen. Denn eine "Black Series" würde zum Coupé besser passen als zu jedem anderen Mercedes diesseits des GT.

Innen erwartet die Passagiere ein dezent in Adrenalin getränktes Ambiente: Die Sitze sind näher am Boden montiert und tiefer ausgeschnitten, das Lenkrad bietet ein bisschen mehr Grip und genau wie bei den Coupés von E- oder S-Klasse reicht jetzt ein Greifarm elektrisch den Gurt heran.

Sobald der fest eingerastet ist, lässt Früh es bei seiner Abnahmefahrt so richtig krachen. Das 1,5 Zentimeter tiefergelegte Fahrwerk straffer abgestimmt, die Lenkung direkter ausgelegt und das Getriebe zum Teil anders übersetzt, gibt das Coupé den Pulsbeschleuniger, der auch noch letzten Rest von Staub aus der Baureihe bläst – kein Wunder, dass der Zweitürer im Schnitt die jüngsten Kunden und die höchste Eroberungsrate hat.

Während der Baureihenchef sichtlich Spaß hat mit den Prototypen und das Coupé als die lebendigste C-Klasse lobt, zahlen die Hinterbänkler die Zeche für den schönen Schein: Wenn man erst einmal in die Tiefe des Raumes vorgedrungen ist, kann man dort zwar ganz leidlich sitzen. Doch der Weg durch die schmale Luke ist genug Gymnastik für die ganze Woche. Macht nichts, sagt Früh. Erstens gilt in einem Coupé die Regel "wer schön sein will, muss leiden", und zweitens wissen die Schwaben aus ihrer Kundenforschung, dass die Rückbank meist ohnehin nicht mehr ist als die Verlängerung des Kofferraums. Das kann man übrigens wörtlich nehmen: denn anders als beim Vorgänger kann man die Rücklehne jetzt auch umklappen.

Drei sind besser als zwei - auf diese Formel will sich Baureihenleiter Früh allerdings nicht dauerhaft verlassen. Offiziell bestätigen mag er es zwar noch nicht. Doch man muss nur das Portfolio bei Audi und BMW und sein Grinsen bei der entsprechenden Nachfrage anschauen, dann erscheint das C-Klasse-Cabrio schon ziemlich greifbar. Die passende Erfolgsformel für die Familienplanung jedenfalls gibt es schon: Vier gewinnt.

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