Fr, 20. Oktober 2017

"Drei bis vier Jahre"

08.03.2012 13:50

LTE bei „3“ erst in den nächsten Jahren landesweit

Passend zur Ankündigung Apples, sein neues iPad mit LTE-Unterstützung auszuliefern, hat "3"-Chef Jan Trionow am Donnerstag seine Pläne für den neuen und schnellen Mobilfunkstandard bekannt gegeben. Die neue Mobilfunkgeneration soll demnach in den nächsten drei bis vier Jahren bundesweit ausgerollt werden – vorausgesetzt, EU, Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) und Telekom-Control-Kommission geben zuvor grünes Licht für die geplante Übernahme von Orange, dessen Frequenzen "3" dann für den UMTS-Nachfolger nutzen möchte.

Der "3"-Chef gab sich vor Journalisten zuversichtlich, dass die Orange-Übernahme nicht nur genehmigt wird, sondern dass es auch keine vertiefte Prüfung wie bei der Übernahme von tele.ring durch T-Mobile geben wird. Bei einem Nein der Wettbewerbsrechtler zum Weiterverkauf der Orange-Tochter Yesss! an den Marktführer A1 sei der ganze Kauf von Orange gestorben, warnte Trionow. Einen weiteren Interessenten erwartet er nicht. "T-Mobile hat kein Geld dafür und ein Dritter müsste Netzleistungen teuer zukaufen", rechnete er vor.

Derzeit würden Pre-Notifikationsgespräche mit allen Behörden laufen. Die Warnung von BWB-Chef Theodor Thanner, wonach der Deal alles andere als in trockenen Tüchern sei, sieht Trionow als "PR-Verpackung" und "Säbelrasseln". Es gebe eine gute Gesprächsbasis und die Vergangenheit habe gezeigt, dass die EU Prüfungen von Mobilfunkübernahmen an sich zieht. Thanner hatte erst Anfang der Woche wiederholt, dass er das gesamte Geschäft - also nicht nur den Kauf von Yesss! - gerne prüfen würde.

Wettbewerb trotz Reduktion auf drei Anbieter intensiv
Sorgen über mangelnden Wettbewerb durch die Reduktion von vier auf drei Handynetzanbieter sind laut "3" jedenfalls unangebracht. So sei nach der Übernahme von tele.ring der Wettbewerb noch intensiver geworden. Außerdem werde "3" dafür kämpfen, den gemeinsamen Marktanteil von derzeit 22 Prozent (Orange ohne Yesss! hat zwölf Prozent, "3" zehn Prozent und A1 inkl. Yesss! 47 Prozent Marktanteil) auf 30 Prozent anzuheben. Die Kunden würden außerdem von einem besseren Netz profitieren. Dabei sei Österreich jetzt schon weit besser aufgestellt als Deutschland. Dort gebe es bei einer zehnfachen Einwohnerzahl 15.000 Basisstationen, in Österreich 5.000.

Arbeitsplätze durch Zusammenlegung vor dem Aus
Die Marke Orange wird verschwinden, bis zum Weihnachtsgeschäft 2012 werde sich die Überführung in "3" aber eher nicht ausgehen, meinte Trionow. Die Zahl der "3"-Shops werde auf das Niveau der derzeitigen Orange-Shops steigen, was eine Reduktion des Gesamtbestandes von "3"/Orange bedeutet. Orange hatte sich die Umbenennung von One im Jahr 2008 nach Eigenangaben 20 Millionen Euro kosten lassen, so viel Geld will Trionow nicht in die Hand nehmen. Durch die Zusammenlegung der Organisationseinheiten werden auch Arbeitsplätze verschwinden – wie viele, verriet er jedoch nicht.

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