Fr, 24. November 2017

LTE im Live-Betrieb

02.07.2010 09:32

Erster Eindruck vom kommenden Mobilfunkstandard

Der nächste Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE) wird früher oder später auch Österreich erreichen. Wann es so weit sein wird, darüber entscheidet die Versteigerung der sogenannten digitalen Dividende. Nokia Siemens Networks, einer der weltweit größten Netzwerkausrüster im Mobilfunkbereich, lud trotzdem bereits jetzt zu einer Demonstration des zukünftigen Standards, der den Begriff des mobilen Breitbands neu definieren soll.

Zu diesem Zweck hatte das Unternehmen zwei Sendestationen in einem Wiener Hotel aufgebaut. Die gleichen Geräte befinden sich bereits im kommerziellen Einsatz, es handelte sich also um keine Prototypen, sondern um Serienmodelle, an denen der Live-Betrieb des neuen Standards gezeigt wurde. Auch die verwendete Software sei bereits marktreif, wie Dietmar Appeltauer, Chef von Nokia Siemens Networks Zentral- und Osteuropa, erklärte. Als Empfänger diente ein Laptop mit Samsung-Modem der nächsten Generation, das derzeit bis zu 100 Mbit/s im Uplink und 50 Mbit/s im Downlink bewältigen kann. Zukünftige Modems sollen es sogar auf 300 bzw. 75 Mbit/s bringen.

Was dann zu bestaunen war, lässt wirklich auf eine flotte Zukunft im mobilen Breitband hoffen: Der Stream eines HD-Videos klappte einwandfrei mit 10 Mbit/s - natürlich ohne Ruckeln oder Nachladen. Bei vier Streams gleichzeitig stieg die Datenrate auf über 40 Mbit/s, maximierte man eines der Videos und blendete die anderen drei dadurch aus, fiel die Datenrate umgehend zurück auf 10 Mbit/s. Dabei zeigte Nokia Siemens Network auch, dass die "Übergabe" ("Handover") des Empfängergeräts von einer Mobilfunkzelle an die nächste einwandfrei und ohne Störung (also "seamless") verläuft. Der Video-Stream machte keinerlei Probleme.

Schön auch der Download-Speedtest: 700 Megabyte von einem FTP-Server brauchten 1:09 Minuten. Die Response-Zeiten beim Datendurchlauf werden mit LTE auf nur mehr 10 bis 20 Millisekunden gesenkt. Das heißt, dass das Netz sofort auf Eingaben des Nutzers reagiert und (fast) keine Anlaufzeit mehr benötigt, was sowohl durch einen Videochat als auch eine Partie Tischtennis auf zwei Screens schön demonstriert wurde. Die Verzögerung ist wirklich nicht mehr zu bemerken, was vor allem auch für mobiles Gaming interessant werden dürfte.

Da Siemens Nokia Networks LTE hier bereits im Live-Betrieb zeigte, lässt das auf eine gute und vor allem schnelle Zeiten hoffen. Natürlich werden sich auch dann noch mehrere User eine Mobilfunkzelle teilen müssen – allerdings bei ganz anderen Datenraten als bei UMTS.

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