So, 18. Februar 2018

Magnet-Superwaffe

04.02.2018 11:03

Chinesische Marine stattet Schiff mit Railgun aus

Die chinesische Volksbefreiungsarmee arbeitet offenbar ebenso wie die US-Streitkräfte an einer elektromagnetischen Schienenkanone, auch Railgun genannt. Diesen Schluss legen Fotos nahe, die die Montage einer mysteriösen neuen Kanone am Panzerlandungsschiff Haiyang Shan zeigen. Beobachtern zufolge soll es sich um eine in den vergangenen fünf Jahren entwickelte chinesische Railgun handeln, die nun erstmals auf einem Schiff montiert wurde.

Das Funktionsprinzip so einer Waffe: Stahlmunition wird statt mit einer Treibladung mithilfe elektromagnetischer Energie auf extrem hohe Geschwindigkeiten – rund 7800 Kilometer pro Stunde - beschleunigt, wodurch die Projektile eine deutlich höhere Durchschlagskraft und Reichweite erhalten als bei konventionellen Waffen.

Videos von Tests einer stationären Railgun der US-Navy an Land lassen erahnen, wozu so eine Waffe in der Lage ist. Das Problem daran ist der enorm hohe Stromverbrauch so einer elektromagnetischen Schienenkanone.

Energieversorgung im Bauch der Haiyang Shan
Wie das Technikportal "Ars Technica" berichtet, dürfte das auch der Grund dafür sein, dass die Volksbefreiungsarmee die neue Waffe auf einem Panzertransporter testet. Im Bauch der Haiyang Shan dürfte mehr als genug Platz für die Energieversorgung und die komplizierte Steuerungselektronik der Railgun vorhanden sein.

Die Modifikationen des Schiffs sollen in der Wuchang-Werft, rund 800 Kilometer flussaufwärts der Jangtse-Mündung in Shanghai, durchgeführt worden sein, weil man dort Erfahrung mit dem Bau von Landungsschiffen hat.

China könnte Rennen um die Railgun gewinnen
China soll bereits seit fünf Jahren an seiner Railgun arbeiten und kurz davor stehen, das Geschütz an Bord der Haiyang Shan auf See zu testen. Laut "Ars Technica" handelt es sich um das erste Schiff, das je mit einer Railgun bewaffnet wurde.

In den USA gibt es ebenfalls ein Forschungsprogramm rund um elektromagnetische Schienenkanonen, es wurde aber aus Budgetgründen auf Eis gelegt. Mit Zerstörern der Zumwalt-Klasse hätten die USA zwar Kriegsschiffe, die die für den Betrieb einer Railgun nötige Energie erzeugen können, Tests solcher Geschütze auf See blieben bisher allerdings aus.

Rätselraten: Wo will China seine Superwaffe testen?
Gerätselt wird nun, wo China die neue Superwaffe testen will. Dem Bericht zufolge ist die Haiyang Shan Teil der chinesischen Ostmeerflotte und wurde in den vergangenen Jahren häufig nahe der künstlichen Inseln im Südchinesischen Meer gesichtet, die China zum Missfallen seiner Nachbarländer aufgeschüttet hat, um seine Territorialansprüche in dem Gebiet zu festigen.

Dass China dort auch die Railgun-Tests durchführt, erscheint jedoch unwahrscheinlich. Immerhin handelt es sich bei der Waffe an Bord der Haiyang Shan höchstwahrscheinlich um einen Prototyp, den man vor neugierigen Blicken verbergen möchte.

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