Di, 23. Jänner 2018

Mikro angezapft

03.01.2018 09:32

Hunderte Apps spionieren Ihre TV-Gewohnheiten aus

Hunderte Smartphone-Apps für Android und iOS belauschen ihre Nutzer: Wie die „New York Times“ aufgedeckt hat, nutzen sie eine integrierte Lausch-Software des Start-ups Alphonso, die das Mikrofon im Smartphone anzapft und ermittelt, welche Fernsehprogramme und Werbespots die Nutzer sich am liebsten ansehen.

Wie die Zeitung berichtet, kursieren im Google Play Store und Apples App Store rund 1000 Apps, die mit der Alphonso-Software ausgestattet sind. Bei den Apps handelt es sich um Smartphone-Spiele, aber auch um Messenger- und Social-Media-Anwendungen. Viele davon richten sich vor allem an Kinder.

Sie alle nutzen das Mikrofon im Smartphone, um die TV-Sehgewohnheiten des Nutzers auszuspähen. TV-Sendungen und Werbespots werden anhand ihrer akustischen Eigenheiten identifiziert und – offenbar gemeinsam mit dem Standort des Nutzers – zu Werbezwecken erfasst.

Alphonso-Chef sieht keinen Grund zur Sorge
Ashish Chordia, der Chef von Alphonso, sieht in den Aktivitäten seines Unternehmens keinen Grund zur Sorge. Die Datensammelei werde in der Datenschutzrichtlinie der Firma genau beschrieben, die Nutzer stimmen bei der Installation der Anwendungen explizit zu, meint Chordia. Man erkläre App-Nutzern auf der hauseigenen Website sogar, wie sie die Lauscherei unterbinden können.

Viele Smartphone-Nutzer geben Apps alle Rechte
Bedenkt man, dass viele Smartphone-Nutzer bei der Installation von Apps einfach alle geforderten Berechtigungen einräumen und nicht hinterfragen, was die Anwendungen letztlich wirklich machen, dürfte aber zumindest ein großer Teil der Smartphone-Nutzer, die von Alphonso durchleuchtet werden, nicht bewusst Notiz vom Lauschangriff auf seinen Geräten genommen haben.

Alphonso und die App-Hersteller, die solche Software einsetzen, sind freilich nicht die ersten Firmen, die sich für die TV-Sehgewohnheiten der Nutzer interessieren. Auch andere Firmen – im Februar 2017 fing sich etwa der TV-Hersteller Vizio deswegen eine Millionenstrafe der US-Handelskammer ein – haben ein Interesse daran, die Sehgewohnheiten ihrer Nutzer zu Geld zu machen. Und auch bei Samsung und Philips gab es schon solche Vorwürfe.

 krone.at
Redaktion
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