Das freie Wort

Wohin geht die Reise?

War das brennende Rathaus von Limoges erst der Anfang? Vielfach war zu lesen, dass Präsident Macron zurücktreten solle. Der Bürgermeister von Paris sagte, dass man unterscheiden müsse zwischen Gewalt und berechtigten Forderungen der Demonstranten. Man müsse am Rechtsstaat und der Demokratie festhalten. Doch wie gefestigt ist die Demokratie? Eigentlich wollten Schüler nur auf die schlechten Bedingungen in der Schule aufmerksam machen. Dieser Protest weitete sich dann auf das ganze Land aus. Eine große Mehrheit der Franzosen unterstützten diese Forderungen. Präsident Macron war zwar der jüngste Präsident, jedoch nie ein Präsident der Jungen. Die ständig steigenden Kosten des täglichen Lebens und die Wohnsituation sind allgegenwärtig. Allerdings gibt es bei der hohen Schuldenquote nichts zu verteilen. Die Sorgen der Schüler und die Gerechtigkeitsfragen, die Anlass für die Proteste waren, wurden von der Gewalt verdrängt. Dass von dieser Situation politische Extremisten profitieren, ist eine Tatsache. Das Land ist aufgewühlt, steht aber andererseits eigenartig still. In einem halben Jahr finden Wahlen statt.

Dr. Leopold Dercsaly, Wien

Erschienen am Di, 27.10.2026

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